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Los geht's: „Astro-Alex” startet zur ISS

Ein halbes Jahr wird Alexander Gerst weg sein - Fans überall auf der Welt hoffen auf viele neue Bilder und Nachrichten von der Raumstation ISS. Zuerst aber wird an vielen Orten beim Start mitgefiebert. „Astro-Alex” selbst wirkt auch kurz vorm Start ganz entspannt.
Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (l-r), der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und die US-amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor winken vor der Abfahrt mit einem Bus vom Hotel zum Kosmodrom. Foto: Dmitri Lovetsky Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (l-r), der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew und die US-amerikanische Astronautin Serena Aunon-Chancellor winken vor der Abfahrt mit einem Bus vom Hotel zum Kosmodrom.
Baikonur. 

Vier Jahre nach seiner ersten Mission bricht der deutsche Astronaut Alexander Gerst erneut ins All auf. Um 13.12 Uhr (MESZ) soll „Astro-Alex” mit einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur Raumstation ISS starten.

„Stimmung in der Crew ist super. Beobachten desinteressierte Kamele am Wegesrand”, twitterte der 42-Jährige am Morgen während der Busfahrt vom Hotel zum Startkomplex.

Beim Verlassen des Kosmonautenhotels strahlte „Astro-Alex” und winkte in seinem blauen Overall in die Menge. Er fliegt gemeinsam mit dem russischen Kampfpiloten Sergej Prokopjew und der US-Ärztin Serena Auñón-Chancellor. Zeitweise soll er bei der Mission „Horizons” (Horizonte) Kommandant der ISS sein - als erster Deutscher überhaupt. 2014 hatte Gerst rund sechs Monate als Bordingenieur auf der Internationalen Raumstation verbracht.

Am Morgen genoss Gerst ein letztes Mal alltägliche Dinge auf der Erde. „Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht”, twitterte er. Zum Frühstück gab es demnach Kascha, eine Art Grütze zum Beispiel mit Buchweizen oder Haferflocken. Dann unterschrieb die Crew auf den Türen ihrer Hotelzimmer - eine von vielen russischen Raumfahrttraditionen.

Auch bei der Abschieds-Pressekonferenz am Dienstag hatte „Astro-Alex” ausgesprochen entspannt gewirkt. „Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt, denn man hat die großen Unbekannten nicht”, sagte er. Man frage sich nicht mehr, wie das Leben da oben eigentlich ist. Wie beim ersten Start 2014 ist Gersts Familie nach Baikonur gereist, am Vormittag sollte es ein letztes Abschiedstreffen geben - zum Schutz vor Infektionen hinter einer Glasscheibe.

„Wir freuen uns sehr, ihn nun zum zweiten Mal ins All fliegen zu sehen und wünschen ihm das Allerbeste”, teilte die Familie schriftlich der Deutschen Presse-Agentur mit. „Alexander war schon immer ein Forscher und Entdecker.” Gersts Angehörige hatten der Esa zufolge den Wunsch geäußert, in Baikonur keine Interviews zu geben.

Große Emotionen gab es bei Europas Raumfahrtchef Jan Wörner. Am Tag vor dem Raketenstart habe er Gerst gesagt: „Alex, weißt du, du könntest mein Sohn sein”, sagte der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) am Mittwoch. Gersts Heimatort Künzelsau feiert den Flug ihres Ehrenbürgers mit einem Stadtfest. Die zentrale Veranstaltung der Esa zum Start findet im Zeiss-Großplanetarium Berlin statt. Auch in vielen anderen Orten bundesweit sind Live-Übertragungen geplant.

Der Flug zur ISS rund 400 Kilometer über der Erde wird etwa zwei Tage dauern. Gut sechs Monate soll der promovierte Geophysiker in dem fliegenden Labor bleiben. Teil der Mission sind etwa 300 Experimente, darunter 41 des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Auch ein auf Sprachbefehle hörender Roboter ist mit an Bord - mit dem Projekt „Cimon” testet das DLR künstliche Intelligenz.

Wie wohl kein ISS-Mitglied zuvor hatte Gerst vor vier Jahren die Welt über Social-Media-Botschaften und Fotos an seinem Abenteuer teilhaben lassen. Über Twitter ließen in den vergangenen Tagen etliche Fans verlauten, sie hofften auch dieses Mal wieder auf möglichst viele Eindrücke und Bilder aus dem All.

(dpa)
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