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Schröder feiert Hochzeitsparty mit Ehefrau Nummer fünf

Vor fünf Monaten überraschte Altkanzler Schröder mit einer Blitzhochzeit in Seoul - seine fünfte Ehe. Nun feiern er und seine neue Liebe Soyeon Kim in edlem Rahmen nach.
Altbundeskanzler Schröder und seine Frau Soyeon Kim (L) mit deren Mutter bei einem Empfang im Hotel Adlon. Foto: Kai-Uwe Wärner Altbundeskanzler Schröder und seine Frau Soyeon Kim (L) mit deren Mutter bei einem Empfang im Hotel Adlon.
Berlin. 

So schön kann Liebe sein: Altbundeskanzler Gerhard Schröder (74) und seine südkoreanische Frau Soyeon Kim (49) strahlen am Freitag im noblen Berliner Hotel „Adlon” um die Wette.

Am frühen Abend begrüßt das vor fünf Monaten in Kims Heimat getraute Paar jeden einzelnen der rund 150 Gäste seiner großen Hochzeitsparty, darunter Politiker wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Showgrößen wie „Scorpions”-Sänger Klaus Meine. Vor allem Kim herzt und umarmt viele davon. Doch es gibt auch diese Momente, in denen sie ihren rund 25 Jahre älteren Mann, dem sie in einem Interview „Jugendlichkeit” attestierte, sichtbar anhimmelt. Sie schmiegt sich an ihn, nimmt ihn zärtlich in den Arm oder deutet ein Küsschen auf seine Wangen an.

Schröders fünfte Ehefrau trägt bei dem Empfang eine elegante, Hanbok genannte koreanische Tracht. Das bodenlange Kleid mit überlangen Ärmeln ist aus fließenden Stoffen kunstvoll gearbeitet, in mintgrün und weiß gehalten. An den Ärmeln ist ein gelb-roter Streifen abgesetzt, bedruckt ist die Tracht mit goldenen koreanischen Schriftzeichen. Ihr langes dunkles Haar hat Kim, die sich später zur eigentlichen Party umzieht und ein weißes Kostüm trägt, zu einem lockeren Zopf zusammengefasst. Ihr Gatte hat das angezogen, was er eigentlich immer trägt: schwarzer Anzug, weißes Hemd, graue Krawatte.

Als „private Feier” hat Schröders Büro die Party deklariert. Doch bei einem Ex-Kanzler mit Glamourfaktor ist das mit dem Privaten so eine Sache. Und so stehen Fotografen und 200 Schaulustige am Hoteleingang am Pariser Platz, um einen Blick auf die Hochzeitsgäste aus Politik, Wirtschaft und Showbiz zu erhaschen. Künstler Markus Lüpertz kommt zum Beispiel, außerdem Ex-Bundesminister Otto Schily, Ex-SPD-Chef Siegmar Gabriel, Ex-VW-Vorstand Peter Hartz, die Journalisten Stefan Aust und Kai Diekmann. Den Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer und seine Frau, Schauspielerin Veronica Ferres, bekommen die Zaungäste nicht zu sehen - beide nehmen wohl einen anderen Hotelzugang.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu kam laut Schröders Umfeld letztlich doch nicht, ein Name fehlte von vorneherein auf der Gästeliste: Russlands Präsident Wladimir Putin, der als enger Freund Schröders gilt, kam nicht nach Berlin. Ein Staatschef bedeute „zu viel Buhei”, sagte der Altkanzler im Sommer dem Magazin „Stern”.

Schröder und die Frauen - das ist zweifellos eine ganz besondere Geschichte. Manch einer meint, er habe sich quasi für jede Lebensphase die passende Frau gesucht. Mit Kims Vorgängerin, der Journalistin Doris Schröder-Köpf, von der er seit April geschieden ist, war Schröder fast 20 Jahre verheiratet, auch als Kanzler. Zuvor lebte von 1984 bis 1997 - also 13 Jahre lang - Hiltrud „Hillu” Schwetje an seiner Seite. Die Tierschützerin und Atomkraftgegnerin unterstützte Schröder auf dem Weg ins Ministerpräsidentenamt in Hannover. Davor war der SPD-Politiker von 1968 bis 1972 mit Eva Schubach und von 1972 bis 1984 mit Anne Taschenmacher verheiratet.

Nun also Soyeon Kim, die für die Wirtschaftsförderung in Nordrhein-Westfalen arbeitet und Schröder bei mehreren Konferenzen über den Weg lief. Als vor rund einem Jahr die ersten Fotos der beiden Turtelnden aus Seoul auftauchten, staunte Deutschland. Und fragte sich: „Wie lange geht die Sache schon?” Schröders - damals noch nicht geschiedene - Ex-Frau Doris twitterte: „Frau Kim war im Frühjahr 2016 der Anlass, wenn auch nicht der alleinige Grund, für die endgültige Trennung.”

Im Januar ging es dann Schlag auf Schlag: Erst verkündete Schröder über die Zeitschrift „Bunte”: „Ja, es ist Liebe.” Kurz darauf zeigte er seiner neuen Geliebten Berlin und ging mit ihr in Kreuzberg essen - bei einem Koreaner. Kurz darauf verkündete er bei einer Pressekonferenz in Seoul die Hochzeitspläne. Die Rede hielt er im Herbst, doch Schröder liebt Überraschungen. Schon am 2. Mai, kurz nach der Scheidung von Doris Schröder-Köpf, gaben sich beide das Ja-Wort. Selbst enge Vertraute waren nicht eingeweiht.

Immer wieder tauchte das schillernde Paar in diesem Jahr verliebt bei Events auf, sei es bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea, der Fußball-WM in Russland oder erst vor wenigen Tagen beim Münchner Oktoberfest. Inzwischen erfuhr die Nation aus einigen Interviews, dass Gerhard Schröder mühsam koreanisch lernt und seine Soyeon Kim mit Bratkartoffeln verwöhnt, sie seither ein paar Kilo zugenommen hat und gut findet, wenn er aus dem Stegreif Hamlet zitiert.

Beide wollen erklärtermaßen ein - mehr oder weniger - „normales” und „unspektakuläres” Leben führen. Eine Hochzeitsreise ist auch geplant, nach Sachsen und Thüringen. Zwinger und Semperoper in Dresden, die Meißener Porzellanmanufaktur, die Stätten deutscher Klassik in Weimar und das Bauernkriegspanorama im thüringischen Bad Frankenhausen wollen sich die Schröders dann anschauen. Und damit nach wiederholten rechtsextremen und ausländerfeindlichen Zwischenfällen gerade in Sachsen ein Zeichen setzen, dass dieser Teil Deutschlands kulturell wichtig sei, wie es hieß.

(Von Stefan Kruse und Kai-Uwe Wärner, dpa)
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