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Kommentar: Altersprüfung: Einheitliche Standards nötig

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Ein Röntgenbild mit der linken Hand eines jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Über die radiologische Untersuchung des Handwurzelknochens und der Hand lässt sich das Alter eines Menschen bestimmen. Foto: Felix Kästle Ein Röntgenbild mit der linken Hand eines jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Über die radiologische Untersuchung des Handwurzelknochens und der Hand lässt sich das Alter eines Menschen bestimmen.

Wer als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland kommt, genießt viele Privilegien gegenüber Erwachsenen: Jugendliche haben Anspruch auf eine bessere Unterkunft, auf Schulbildung und auf spezielle Förderung. Und sie werden weniger streng bestraft, wenn sie kriminell werden. Das ist auch gut so.

Glaubt man den Musterrechnungen, dass ein minderjähriger Flüchtling den Staat vier Mal so viel Geld kostet wie ein erwachsener, dann erscheint es aber aus Sicht der Steuerzahler legitim, in Zweifelsfällen das Alter medizinisch zu überprüfen. Wird ein Flüchtling hier in Deutschland straffällig, gilt das erst recht, obwohl es ja bei jungen Erwachsenen im Ermessen des Richters liegt, ob er Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht anwendet.

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Klar ist jedoch: Die Frage, ob ein Flüchtling minderjährig ist oder nicht, hat erhebliche Auswirkungen. Deshalb sind Forderungen nachvollziehbar, das Alter medizinisch herauszufinden, wenn keine gültigen Ausweispapiere vorliegen. Und nur um diese jungen Menschen geht es ja. Wenn sie hier Schutz suchen und in den Genuss staatlicher Unterstützung kommen möchten, ist ihnen durchaus zuzumuten, der Feststellung ihres Alters zuzustimmen. Und die Einwände von Medizinern, die auf die Gefahren von Röntgenuntersuchungen hinweisen und dies gar als Eingriff in das Menschenwohl einstufen, wirken in diesen Ausnahmefällen schwer nachvollziehbar. Einheimischen Patienten, die sich besorgt zeigen über die Strahlenbelastung einer Röntgenuntersuchung, entgegnen Mediziner häufig, dass die Strahlung geringer sei als bei einer einzigen Flugreise.

Eines darf aber nicht passieren: Dass jedes Jugendamt nach Gutdünken Röntgenuntersuchungen zur Altersbestimmung anordnen kann oder auch nicht. Das Verfahren muss dringend bundesweit einheitlich geregelt werden.

christiane.warnecke@fnp.de Bericht Seite 3

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