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Kommentar zu Olympia: Andreas Wellinger: Die schönste Heulsuse

Von Unsere Sportchefin Kerstin Schellhaas kommentiert den Olympia-Auftakt für Deutschland.
Andreas Wellinger jubelt nach dem Gewinn der Goldmedaille bei der Siegerehrung. Foto: Angelika Warmuth Andreas Wellinger jubelt nach dem Gewinn der Goldmedaille bei der Siegerehrung.

Was für ein Auftakt für Deutschland: Drei Gold- und eine Bronzemedaille, dazu ein gestrauchelter Olympia-Held – der Start in die Winterspiele war höchst emotional und macht Lust auf mehr. Bemerkenswert besonders die Geschichten, die hinter den Olympiasiegen stehen. Da eine Laura Dahlmeier, die allem Druck, der nach ihren fünf WM-Goldmedaillen im vergangenen Jahr auf ihr lastete, getrotzt hat. Hier ein Arnd Peiffer, der nach vielen Hochs und Tiefs schon fast im Herbst seiner Karriere steht, Olympia vor allem genießen wollte – und jetzt Gold in den Händen hält. Als schönste Heulsuse aber präsentierte sich Andreas Wellinger. Seine Freudentränen rührten, denn auch der 22-Jährige hat trotz seiner Jugend schon viel erlebt – man denke nur ans Jahr 2014, als er Team-Gold in Sotschi gewann und einige Monate später in Finnland so schwer stürzte, dass er froh sein musste, mit einem Schlüsselbeinbruch davongekommen zu sein. Mitheulen können hätte man auch bei Rodler Felix Loch. Sein Patzer im letzten Lauf hat vor allem eines gezeigt: Auch ein zweifacher Olympiasieger ist nur ein Mensch, keine Maschine. Die Olympischen Spiele schreiben eben doch immer wieder ihre eigenen Geschichten.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Da ist es erst recht schade, dass viele Sportler vor Ort bei ihren spannenden Entscheidungen nur von einer Handvoll Zuschauer angefeuert werden. Die Zeitpläne in einigen Sportarten sind nämlich nicht für die Hauptdarsteller gemacht, sondern fürs IOC, das möglichst viel Kasse mit Fernsehgeldern machen möchte und darauf achtete, dass in Europa besonders attraktive Sportarten nicht nächtens sind. Dass da ein Skispringen, wenn es vom Wind verblasen wird, auch mal nach Mitternacht Ortszeit endet, oder spätabends bei Eiseskälte nur noch hart gesottene Biathlonfans an der Strecke stehen – was schert das die Funktionäre? Das ist wirklich zum Heulen.

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