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Kommentar: China: Appetit auf deutsche Konzerne

Daimler hat im vergangenen Jahr den weltweiten Spitzenplatz beim Verkauf von Premiumautos gegenüber BMW verteidigt. Foto: Sebastian Gollnow Daimler hat im vergangenen Jahr den weltweiten Spitzenplatz beim Verkauf von Premiumautos gegenüber BMW verteidigt.
Stefan Wolff (Börsen-Experte) Bild-Zoom
Stefan Wolff (Börsen-Experte)

Jetzt also Daimler. Der chinesische Autohersteller Geely habe Interesse, größter Aktionär bei den Schwaben zu werden, heißt es. Eine Bestätigung liegt nicht vor, wohl aber eine Stellungnahme des Daimler-Konzerns, man sei an Großaktionären durchaus interessiert.

Das sieht die Bundesregierung anders. Sie will mit Hilfe der EU die Hürden für chinesische Investoren erhöhen. Zu groß ist die Angst vor deutschem Kontrollverlust und Knowhow-Transfer, was vornehm ausgedrückt für Wissensklau ist. Wie gleichzeitig mit diesem isolationistischen Bestreben die Kritik an Trumps „America First“-Politik gerechtfertigt werden kann, ist eine Sache. Freie Märkte sind keine Einbahnstraße. Auf der anderen Seite wächst die Sorge, dass im Reich der Mitte ein Wirtschaftsdrache erwächst, der von dem saturierten Europa nur schwer gezähmt werden kann.

Bislang sind die Erfahrungen mit chinesischen Investoren weitgehend positiv. Standorte wurden erhalten, Arbeitnehmervertreter äußern sich positiv. Dennoch wäre ein wenig mehr Kontrolle nicht schlecht. So befindet sich der Investor HNA in akuter Geldnot. Die Chinesen, derzeit größter Einzelaktionär bei der Deutschen Bank, waren jetzt mehrfach nicht in der Lage, sich an den Finanzmärkten Geld zu pumpen. Das stellt Deutschlands größtes Geldhaus durchaus vor Probleme. Gleichzeitig stellen führende Großbanken dieser Welt der HNA eine Unbedenklichkeitserklärung aus, was einen schnell auf das Sprichwort kommen lässt, was ein schwarzer Vogel mit dem anderen nicht macht.

Bleibt die Frage, was Geely mit Daimler vorhaben könnte. Die Chinesen fahren schon Volvo und wollen mit den Schweden die komplette Abkehr vom Verbrennungsmotor vollziehen, während in Stuttgart noch auf die Optimierung von Benzin und Diesel gesetzt wird, was eine Menge Geld nach Stuttgart spült.

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