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Kommentar Sport: Ein Wechsel mit Risiken

<span></span> Foto: Salome Roessler

Heiner Brand ist ein Optimist. Und er „liebt“ den deutschen Handball. Daher überraschte es nicht, dass der ehemalige Bundestrainer trotz des bevorstehenden Abschieds von Erfolgscoach Dagur Sigurdsson keinen Qualitätsverlust bei der Nationalmannschaft befürchtet.

Tatsächlich dürfte auch Brand mulmig zumute sein. Sigurdssons Abgang ist mit das Schlechteste, was dem Deutschen Handball-Bund (DHB) passieren konnte. Der Isländer hat das Nationalteam auf ein neues Niveau gehoben. Er hat eine variable Angriffs-Struktur geschaffen, hat das Team zu einer Einheit geformt. Sigurdsson findet den richtigen Draht zu seinen Spielern, er ist ein großartiger Motivator und Analytiker. Sein Weggang bedeutet ein großes Risiko für den DHB. Es ist gut möglich, dass der Erfolg der Nationalmannschaft anhält, aber nicht sicher.

Ein neuer Bundestrainer ist freilich eine Chance. Der DHB verfügt zudem über einen großartigen Spielerfundus sowie tolle Talente. Ein guter Kader muss jedoch nicht unbedingt Erfolg bringen. Das zeigte sich bei Sigurdssons Vorgänger Martin Heuberger. Der Ex-Bundestrainer erreichte die Spieler mit seinen Ansprachen nicht und verpasste mit ihnen nacheinander die Qualifikationen für Olympia 2012, EM 2014 und WM 2015.

Dass Sigurdsson das Team nun verlässt, ist legitim.Er hat sich korrekt verhalten und seine vertragliche Ausstiegs-Option gezogen. Und seine neue Perspektive, Japan vorwiegend von seiner Heimat Island aus betreuen zu können und mit einem Jahresgehalt von angeblich fünf Millionen Euro deutlich mehr verdienen zu können, ist in der Tat verlockend. Dennoch wird ihm die Entscheidung sehr schwergefallen sein. Er verlässt eine intakte und erfolgreiche Mannschaft. Bei der bevorstehenden WM im Januar, seinem letzten Turnier für den DHB, wird der 43-Jährige noch einmal alles in die Waagschale werfen. Kaum auszudenken, wie schwer der Abschied allen fallen würde, sollte dem Europameister dort der ganz große Wurf gelingen.

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