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Kommentar: Gewalt zum Fußball: Ein schwacher Trost

Von Gewalt hat im Fußball und im Sport natürlich nichts verloren. Doch sie wird immer stärker zum internationalen Problem. Und verändert ihr Gesicht.
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Frankfurt.   

Natürlich hat Gewalt beim Fußball nichts zu suchen. Aber auch in der Gesellschaft hat Gewalt nichts zu suchen. Trotzdem ist sie vorhanden. Weil der Fußball zur Gesellschaft gehört, ist das hier eben auch nicht anders.

Das Gewaltphänomen ist nicht neu. Das weiß man, dazu hätte es eine Veranstaltung im Eintracht-Museum nicht gebraucht. Trotzdem ist es interessant, Alt-Hooligans zuzuhören. Man muss sie deshalb ja nicht immer gleich verstehen. Es war und ist eine Jugendbewegung, die sich wandelt. Sie wird dadurch nicht besser.

Klaus Veit Bild-Zoom Foto: (FNP)
Klaus Veit
Vielleicht sogar im Gegenteil. Wurde sich früher mehr oder weniger untereinander so gekeilt, dass die blauen Flecken zwei Wochen später verschwunden waren, so wird inzwischen auch zu ganz perfiden Psycho-Mitteln gegriffen. Einen gegnerischen Fan mit einem Aufkleber des eigenen Clubs bekleben, dieses Foto ins Netz stellen, das ist eine dauerhafte Demütigung. Und was früher der Alkohol war, das sind heute Drogen, die einem bei Auseinandersetzungen die Schmerzen nehmen und die Ausdauer stärken.

Inzwischen sind unzählige Sozialarbeiter, Fan-Forscher und -Betreuer tätig, um möglichst viele Auseinandersetzungen zu verhindern. Doch die Bemühungen verlaufen häufig im Sande. Längst ist es ein internationales Problem. Besonders in Polen und Russland ist die Hemmschwelle noch niedriger, mischen sich sogar „Käfig-Kämpfer“ unter die Fans. So gesehen hinkt Deutschland der Entwicklung hinterher. Ein schwacher Trost.

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