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Eine Ware

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Wer etwas über den Stellenwert von Sportarten im deutschen Fernsehen erfahren will, muss nur einen Blick auf die im Rundfunkstaatsvertrag zu findende „Schutzliste“ werfen. Sie wurde vor mehr als 20 Jahren eingerichtet und soll verhindern, dass bestimmte Sportereignisse „von erheblicher gesellschaftlicher Bedeutung“ nicht komplett exklusiv von einem Pay-TV-Anbieter gezeigt werden. Neben Olympischen Spielen sind dort ausschließlich große Fußball-Ereignisse aufgeführt.

Soll heißen: Der Politik und auch den meisten Bossen beim Fernsehen ist es egal, ob eine Handball-Weltmeisterschaft hierzulande bei ARD und ZDF zu sehen ist, oder nicht.

Das muss man wissen, wenn gewisse Kreise jetzt wieder einmal den Untergang des seriösen Journalismus beweinen. Spitzensport ist schon lange eine Ware, mittlerweile herrscht praktisch weltweit Marktwirtschaft. Und das Internet ist zu einem der führenden Player auf dem Mediensektor geworden. Es war nur eine Frage der Zeit, wann das erste Sport-Highlight live ausschließlich im Netz gezeigt wird.

Natürlich hat es einen Beigeschmack, wenn eine Handball-WM auf der Homepage des VerbandsSponsors läuft. Einen ähnlichen Weg geht allerdings auch die Basketball-Bundesliga BBL schon seit 2014. Alle Spiele gibt es live im Internet – übertragen vom Partner Telekom.

Der Alleinvertretungsanspruch der „klassischen“ Medien ist passé. Das hat schon die „Lügenpresse“-Kampagne von AfD und Pegida gezeigt. Große Teile der Informationsbeschaffung sind ins Internet abgedriftet. Man konsumiert nur noch das, was man konsumieren will. Jetzt eben auch Handball.

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