Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Gefährliche Kakophonie

<span></span> Foto: Andreas Licht

Als „Verlier-Maschine“ wurden die französischen Sozialisten lange verspottet – bis 2012 mit François Hollande nach langer Regierungsabstinenz wieder einer von ihnen triumphierte. Es folgte der Sieg bei den Parlamentswahlen. Doch nach fünf Jahren an der Macht droht der Linken der Weg zurück in die Opposition. Sie ist der Spaltung in „Realos“ und Linke gefährlich nahe – schon den sozialdemokratisch inspirierten Reformkurs Hollandes trug nur ein Teil mit, während ihn die Rebellen in den eigenen Reihen auszubremsen versuchten.

Beim innerparteilichen Kampf um seine Nachfolge kommen die Brüche erneut zutage. Welcher Flügel die Vorwahlen auch für sich entscheidet – dass alle den gemeinsamen Kandidaten kompromisslos unterstützen, erscheint fraglich. Dabei ist das die einzige verbleibende Chance, um nicht in die Bedeutungslosigkeit abzusinken.

Zwar hat die gesammelte Linke insgesamt rund 35 Prozent der Wählerabsichten. Doch vom jungen Aufsteiger Emmanuel Macron bis zu den Kandidaten der Grünen und der radikalen Linksfront machen sich die Einzelströmungen gegenseitig Konkurrenz – so dass womöglich keiner von ihnen die zweite Runde der Präsidentschaftswahl erreicht. Daher droht ein Duell zwischen dem Konservativen François Fillon und der Rechtspopulistin Marine Le Pen. Dieses Schema gab es bereits 2002, als Jean-Marie Le Pen überraschend die Stichwahl erreichte. Damals gab es einen bestürzten Aufschrei über den Erfolg des Rechtsextremen – das wäre heute anders. Man hat sich an die Stärke des Front National gewöhnt. Und an die riskante Kakophonie bei den Sozialisten sowieso.

Bericht Seite 3

politik@fnp.de@fnp.de

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse