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Kommentar: Google: Langes Zögern hatte seinen Preis

Im Wettbewerbsverfahren um die Shopping-Suche von Google hat die EU-Kommission eine Rekordstrafe verhängt. Foto: Lukas Schulze Im Wettbewerbsverfahren um die Shopping-Suche von Google hat die EU-Kommission eine Rekordstrafe verhängt. Foto: Lukas Schulze

Natürlich ist es leicht zu behaupten, dass die Entscheidung der EU-Kommission überfällig war. Sieben Jahre brauchte die Behörde, um den Internetriesen vorläufig in die Schranken zu weisen. Doch genau darum geht es: eine erdrückende Beweislast zu schaffen. 1,7 Milliarden Suchanfragen analysierte die Wettbewerbsaufsicht. Allein im vergangenen Jahr brachte es der Internetriese auf etwa 3,3 Billionen. Und dennoch dürfte es für den US-Konzern schwer werden, die Strafe aus Brüssel anzufechten. Vestager ist bekannt für ihre Gewissenhaftigkeit. Nach ihrer Amtsübernahme ließ sie drei Jahre verstreichen, bis sie das Rekordbußgeld gegen Google verkündete.

Dennoch bleibt die Summe hinter den Erwartungen zurück. Immerhin hätte die EU-Kommission das Unternehmen mit bis zu zehn Prozent seines Jahresumsatzes bestrafen können: etwa sechs Milliarden Euro.

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Doch das lange Zögern hatte seinen Preis. Im schnelllebigen digitalen Markt hatten europäische Unternehmen gegen die Übermacht der US-Riesen bislang nur wenig Chancen. Fünf der zehn wertvollsten Konzerne weltweit sind Plattformen wie Facebook und Amazon. Keine einzige davon stammt aus Europa. EU-Politiker monieren längst, dass die Gemeinschaft sich an das digitale Zeitalter anpassen muss. Doch selbst in Deutschland ist man von flächendeckendem Breitbandinternet noch weit entfernt. Das digitale Urheberrecht wartet nach wie vor auf eine reformierte EU-Regel. Immerhin: Kommendes Jahr soll die Datenschutzgrundverordnung in Kraft treten, die die Rechte der EU-Bürger im Internet sichern soll und auch Unternehmen einen klaren rechtlichen Rahmen bietet. Für ein europäisches Silicon Valley reicht das alles aber noch längst nicht.

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