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Kommentar zur Autoindustrie: Jetzt handeln

Foto: Ingo Wagner/Archiv Foto: Ingo Wagner/Archiv

Die europäische Automobilindustrie, aber auch die Chemie- und Elektronik-Unternehmen haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Deutschland als stolzer Vorreiter der Branche hinkt der Entwicklung, die in Asien längst vollzogen ist und schon an der zweiten Generation leistungsstarker Batterien feilt, gefühlte Jahrzehnte hinterher. Dass das 21. Jahrhundert nicht mehr vom Verbrennungsmotor bestimmt werden kann, hat die Klimapolitik schon längst klargemacht. Trotzdem ruhen sich große deutsche Autohersteller darauf aus, dass hochwertiges Material aus Asien schon weiter kommen wird. Das dürfte sich bald als Trugschluss entpuppen. Wenn Europa wettbewerbsfähig bleiben will, kann es das Herzstück der Mobilität von morgen nicht weiter aus der Hand geben. Der Bau von Batteriefabriken ist überfällig ebenso wie der Aufbau einer Lade-Infrastruktur, die ihren Namen verdient hat.

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Die Industrie darf sich jetzt aber nicht in dem Versuch zerfransen, die längst aus Asien gelieferten Modelle nachzubauen. Sinnvoller wäre es, gleich an der Entwicklung der nächsten Generation von leistungsstarken Batterien zu arbeiten. Deshalb werden mehr Projekte wie jenes im Norden Schwedens gebraucht. Dazu gehört allerdings genauso eine öffentliche Förderung, die Unternehmen bei solchen Innovationen unterstützt. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich auf zwanzig Milliarden Euro. Umso wichtiger ist der europäische Verbund – wenn die Mitgliedstaaten sich vernetzen und Unternehmen bei der Entwicklung zusammenarbeiten, hat die EU eine Chance, die Aufholjagd zu schaffen. Dafür muss auch Deutschland mehr tun. Die Bundesrepublik hat bis 2020 gerade einmal 300 Millionen Euro für den Aufbau einer öffentlichen Ladestruktur geplant.

Die Europäische Investitionsbank kann bei solchen Projekten eine tragende Rolle spielen, nicht zuletzt über den von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeschobenen Investitionsfonds, der bis Ende des Jahres über 300 Milliarden Euro generieren soll. Dass Verbraucher bislang nur zögerlich in Elektroautos investieren, darf die Hersteller nicht bremsen. Denn ungeachtet dessen, dass der Kunde nach wie vor einen Benziner oder Diesel vorzieht: Die Umstellung auf emissionsfreie Autos ist unumgänglich, wenn Europa seine Klimaziele erreichen will. Deshalb dürfen die Hersteller nicht damit warten, bis die Nachfrage steigt, sondern müssen vorgreifen. Jetzt. Nicht erst übermorgen.

politik@fnp.de Bericht auf Seite 5

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