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Kommentar: Junckers Fehleinschätzung

Martin Selmayr in Brüssel. Kritiker äußern den Verdacht, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe seinem bisherigen Kabinettschef Selmayr den Posten zuschanzen wollen. Foto: Virginia Mayo/AP Martin Selmayr in Brüssel. Kritiker äußern den Verdacht, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe seinem bisherigen Kabinettschef Selmayr den Posten zuschanzen wollen.

Regierungssitze führen überall auf der Welt ihr Eigenleben. Und so gehört der Fall Selmayr wohl auch zu den Ereignissen unter der Brüsseler „Käseglocke“, für die Außenstehende ein eher geringes Interesse haben. Mit diesem Argument haben die Vertreter der Europäischen Kommission lange versucht, die aufgewühlten Wogen zu glätten. Ein schwerer medienpolitischer Fehler, weil sich solche Vorkommnisse eben bestens eignen, um das ohnehin vorhandene Zerrbild der europäischen Zentrale noch zu verstärken.

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Dass im Dunstkreis der Macht die Spitzenfunktionäre machen können, was sie wollen, also auch ihre Günstlinge in lukrative Positionen hieven, wird zur Munition für die hohlen Phrasen, mit denen EU-Skeptiker und -Kritiker ihre Kampagnen würzen. Denn das ist keineswegs der Alltag in der Union – auch nicht in den Institutionen. Diese mögen komplex und schwer durchschaubar sein – aber sie sind nicht kompliziert oder stecken voller Zugriffsmöglichkeiten für schräge Tricks.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und hinter ihm der neue Generalsekretär der EU-Kommission, Martin Selmayr
EU-Parlament Die Affäre um Martin Selmayr erfasst nun Juncker

Er war der Mann hinter Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: Martin Selmayr. Als der im Februar in einer umstrittenen Blitzaktion zum Chef der 32 000 EU-Beamten befördert wurde, brach ein Sturm der Entrüstung los. Nun könnte die Aktion auch Juncker selbst in Schwierigkeiten bringen.

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Der Vorwurf an die Adresse des Kommissionspräsidenten, seinem Vertrauten eine Blitzkarriere innerhalb von wenigen Minuten verschafft zu haben, ist deshalb richtig – nicht weil Juncker Regeln gebrochen hat, sondern weil er die öffentliche Wirkung dieser Aktion falsch einschätzte und damit Schaden am Ansehen seines Hauses verursachte.

politik@fnp.de

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