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Kein Grund zum Feiern

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Heute vor einem Jahr war Thomas Bach endlich am Ziel. Als erster Deutscher wurde der frühere Weltklassefechter aus Würzburg zum neuen Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gewählt.

Jacques Rogge, Bachs Vorgänger im höchsten Amt des Weltsports, war für viele noch ein Hoffnungsträger, der allerdings kaum eines seiner ehrgeizigen Ziele im reformbedürftigen IOC realisieren konnte. Bach hat in seiner jetzt zwölf Monate währenden Regentschaft niemanden enttäuscht, denn mit seiner Wahl waren keinerlei Hoffnungen verknüpft. Der Jurist, der immer im Verdacht stand, in erster Linie Wirtschaftsinteressen zu verfolgen und bei seiner Wahl maßgeblich von mächtigen Ölmilliardären vom Persischen Golf unterstützt wurde, ist aus finanzieller Sicht ein Segen für das IOC. So schloss er den Vertrag mit dem US-Sender NBC, der dem IOC bis 2032 fast sechs Milliarden Euro in die Kassen spült, höchstpersönlich ab.

Dafür ließ es der Franke bei so brisanten Themen wie Korruption, dem wachsenden Gigantismus Olympischer Spiele oder dem Dopingkampf bislang an der notwendigen Zielstrebigkeit vermissen.

Dafür hielt Bach weiterhin jeden Anflug von Politik von der ach so heilen Welt des Sports fern. Er warf sich dem russischen Präsidenten Wladimir Putin während der Winterspiele in Sotschi rhetorisch an den Hals, als ob es keine Zwangsumsiedlungen und Gewalt gegen Homosexuelle in der Olympiastadt gegeben hätte. Schon allein aus diesem Grund sind zwölf Monate mit Bach an der IOC-Spitze kein Grund zum Feiern.

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