E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 31°C

Spotify: Kommentar: Aktien-Streaming

Symbolbild Foto: Mikko Stig/Lehtikuva/Illustration Symbolbild

„Video killed the Radio Star“, hieß es in den 1980er Jahren, als die ersten Musik-Videos über die Bildschirme flimmerten. Noch stärker krempelt die jüngste Revolution die Musikindustrie um, die gerade durch das Netz stürmt.
Bei „Streaming“-Diensten können sich Hörer ihre eigenen Hitlisten zusammenstellen oder dem Künstler ihrer Wahl zuhören, ohne das Album kaufen zu müssen. Im äußersten Falle zahlen sie eine Abo-Gebühr oder lassen Werbung über sich ergehen. Die Folgen sind gravierend. Immer mehr Musikfreunde sind ihr eigener Radiosender; die Künstler nehmen mit ihrer Musik immer weniger ein. Steigende Ticketpreise für die Konzerte zeigen an, wo das Geld heutzutage herkommen muss.

<span></span> Bild-Zoom

Heute wagt der größte Streaming-Anbieter seiner Art, Spotify aus Schweden, den Gang an die Börse, freilich nicht ohne eine neuerliche Revolution zu starten. Spotify bringt seine Aktien ohne Hilfe einer Bank an die Wall Street. Die Aktien stammen allesamt aus dem Besitz der Altaktionäre. Sie werden direkt an der Börse angeboten.

Das klingt nach einer tollen Sache, ist aber brandgefährlich. Zwar sind Direktplatzierungen nicht ungewöhnlich, in dieser Größenordnung aber schon. Es ist zum Beispiel noch gar nicht ausgemacht, wie viele Aktien überhaupt verkauft werden sollen. Die Unsicherheit ist groß. Das zeigt die große Bandbreite bei den Bewertungen. Spotify könnte 20 Milliarden US-Dollar schwer sein. Oder auch nur zwölf Milliarden.

Spotify wirbt mit seinen Wachstumsaussichten. Das Unternehmen schreibt Verluste, sieht sich aber als Teil der „Fang“-Gemeinde. Unter dieser Abkürzung fasst man an der Börse die Shooting-Stars Facebook, Amazon, Netflix und Google zusammen. Besonders am Streaming-Dienst Netflix will sich Spotify messen lassen. Das ist – gelinde gesagt – schwierig. Netflix hat zwar den Fernsehmarkt umgekrempelt, so wie das Spotify mit dem Musikmarkt gemacht hat. Das Unternehmen ist aber hoch profitabel und produziert eigene Formate für den eigenen Kanal. Von Spotify ist nicht bekannt, das es den großen Musikstudios Konkurrenz machen will.

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen