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Kommentar: Auf die Tugend besinnen

Symbolbild Foto: Jens Kalaene (dpa-Zentralbild) Symbolbild

Ein Teil der Generation Y ist auf die schiefe Bahn geraten. Jeder vierte Manager dieser Generation hält es nämlich laut einer Studie von Ernst & Young für völlig in Ordnung, Bestechungsgelder anzubieten, um neue Aufträge an Land zu ziehen. Und wenn finanzielle Zielvorgaben erreicht werden sollen, dann wird gerne mal getrickst. Dieser Hang von 25- bis 34-Jährigen zu unethischem Verhalten schockiert.

Schule, Eltern, ja auch die Unternehmen haben hier versagt. Die Schule, weil sie Gedanken wie Fair Play und Moralität a la Kants kategorischem Imperativ nicht vermitteln konnte. Die Eltern, weil sie versäumt haben, ihren Kindern Grenzen aufzuzeigen. Und die Unternehmen, weil sie trotz Compliance-Abteilungen und -Schulungen nicht in der Lage waren, ihren Mitarbeitern zu vermitteln, wie wichtig das Einhalten von Unternehmensregeln und -vorschriften ist.

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Muriel Larissa Frank

Hinzu kommt, dass die Generation Y chronisch unzufrieden ist. Und das, obwohl es ihr, aufgewachsen in einer Wohlstandsgesellschaft, an nichts mangelt. Diese Unzufriedenheit verstärkt noch ihr ohnehin schon hohes Anspruchsdenken – das Leben muss heute Spaß machen, die Work-Life-Balance stimmen und darüber hinaus vier Mal im Jahr ein Urlaub drin sein. Um sich all die materiellen Wünsche zu erfüllen, muss die Karriereleiter schnell erklommen werden. Und das schafft vor allem der, der seine Moral über Bord wirft. Und dann ist es nur noch ein schmaler Grat zwischen noch erlaubtem und strafbarem Handeln.

Unethisches Verhalten mag vielleicht ein, zwei oder drei Mal gut gehen. Doch letztlich zahlt es sich nicht aus. Auch weil Unternehmen zunehmend darauf achten, wen sie einstellen und befördern. Da werden schon mal aufwendige Recherchen angestellt und ehemalige Kollegen befragt. Es ist daher für die Generation Y an der Zeit, die schiefe Bahn wieder zu verlassen und sich auf die Tugenden zu besinnen, die Eltern und Lehrer einst vermittelt haben.

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