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Kommentar: Auswirkungen eines harten Brexits

Demonstranten in Großbritannien Foto: Andy Rain (EPA) Demonstranten in Großbritannien

Das strikte Vorgehen der EU hat seinen Grund. Erst soll Großbritannien vertraglich von der Gemeinschaft getrennt werden – dann erst will Brüssel über den künftigen Handel sprechen. Doch die Frage ist berechtigt, ob die verschiedenen Branchen dies- und jenseits des Kanals nicht schon jetzt Schaden durch die Ungewissheit nehmen, was nach dem 29. März 2019 passiert. Ganz zu schweigen davon, welche Auswirkungen ein Rückfall auf die Regeln der Welthandelsorganisationen hätte – mit allen Zöllen, die mit dem Binnenmarkt der Vergangenheit angehörten.

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Mirjam Moll

Viel komplexer aber ist die Situation für den Flugverkehr. Die Häfen und Gesellschaften fordern zu Recht Klarheit darüber, was nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs gilt. Ihre Bitten nicht zu überhören, wäre auch im Interesse der Mitgliedstaaten – denn an der Branche hängen Arbeitsplätze. Wenn Routen gestrichen werden müssen oder Ziele wenigstens zeitweise nicht mehr angeflogen werden können, dürfte der Schaden die Kosten, die der immer noch nicht fertiggestellte Berliner Flughafen pro ungenutztem Tag verursacht, um ein Vielfaches übersteigen. Die EU täte gut daran – im eigenen Interesse –, diese Aspekte nicht zu vernachlässigen.

Gleichzeitig ist Standhaftigkeit gegenüber Großbritannien unerlässlich. Denn wenn sich die Gemeinschaft der 27 gegenüber dem scheidenden Mitglied zu großzügig zeigt, dürfte dies Begehrlichkeiten in den eigenen Reihen wecken.

Andererseits könnte die EU in eine handfeste Wirtschaftskrise steuern, sollte ein harter Brexit ohne vertraglichen Rahmen nicht vermieden werden. Ja, die EU kann einen Austritt verkraften. Aber selbst Chefunterhändler Michel Barnier stellte mehr als einmal fest: Die Folgen wären für beide Seiten verheerend. Das Beispiel der Fluglinien zeigt, wie Recht er hat.

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