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Diesel-Skandal: Kommentar: Auto-Aktien abgewürgt

"Ob mit den Kursgewinnen die wachsweichen Beschlüsse des Dieselgipfels gefeiert werden oder ob sich die Aktienkäufer von den vollmundig verkündeten E-Auto-Offensiven einlullen lassen, wird wohl ein wohlgehütetes Geheimnis bleiben", sagt unser Kommentarschreiber Stefan Wolff.
Abgase strömen aus dem Auspuff eines Autos mit Dieselmotor. Foto: Jan Woitas/Illustration Abgase strömen aus dem Auspuff eines Autos mit Dieselmotor.

Jeden Tag macht der Diesel-Skandal neue und schrillere Schlagzeilen. Doch an den Aktienmärkten scheint man das Ganze bereits abgehakt zu haben. Die Papiere von BMW und Daimler sind in der vergangenen Woche sogar gestiegen. Ob mit den Kursgewinnen die wachsweichen Beschlüsse des Dieselgipfels gefeiert werden oder ob sich die Aktienkäufer von den vollmundig verkündeten E-Auto-Offensiven einlullen lassen, wird wohl ein wohlgehütetes Geheimnis bleiben.

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Fakt ist: Analysten-Lob und Kaufempfehlungen für Autoaktien dominieren derzeit an der Börse. Fakt ist aber auch, dass der Diesel-Skandal noch lange nicht abgehakt ist. Allenfalls ist er abgewürgt (worden).

Noch über Monate – wenn nicht Jahre – werden die deutschen Konzerne damit beschäftigt sein, Klagen abzuwehren, teure Prozesse zu führen und noch teurere Rechtsanwälte zu beschäftigen. Von den Werbeagenturen ganz zu schweigen, die damit beschäftigt sein werden, die Kratzer aus dem Image-Lack zu beseitigen und den Herstellern ihr Saubermann-Image zurückzugeben.

Schon jetzt deutet sich an, dass auch die Verbraucher den Skandal nicht einfach so hinnehmen werden. Es wird auf der einen Seite Fahrverbote in den Städten geben und auf der anderen Seite Entschädigungsklagen.

Völlig offen ist auch, ob die deutschen Autoschmieden den Innovationswettlauf werden gewinnen können, und ob die Verbraucher diesen Weg mitgehen werden. Erst an dieser Stelle treffen übrigens die Interessen von Autofahrern und Aktionären wieder zusammen. Bis dahin geht es an der Börse vor allem darum, ob die Autokonzerne die Gewinnmaschinen bleiben, die sie immer noch sind. Doch auch hier sind Zweifel angebracht.

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