Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 17°C

Anschlag in London: Kommentar: Beispiellose Reaktion

"Extremisten verabscheuen diese Vielfalt und wollen das friedliche Miteinander zerstören, egal ob sie von islamistischem oder rechtsradikalem Gedankengut geprägt sind", sagt unsere Kommentarschreiberin Katrin Pribyl.
Männer beten: Im Londoner Stadtteil Finsbury Park hat es einen schweren Zwischenfall mit mehreren Opfern gegeben. Foto: Yui Mok Männer beten: Im Londoner Stadtteil Finsbury Park hat es einen schweren Zwischenfall mit mehreren Opfern gegeben. Foto: Yui Mok

Großbritannien bleibt keine Zeit zum Durchatmen. Nach politischen Umwälzungen, drei Terrorattacken und einer Brandkatastrophe erschütterte gestern erneut ein Anschlag die Hauptstadt. Ein Mann raste mit seinem Van in eine Gruppe von Menschen. Dieses Mal traf es ganz gezielt die große muslimische Gemeinde der Metropole.

Die Attacke ereignete sich ausgerechnet im multikulturellen Viertel um Finsbury Park im Norden Londons, wo die Integration als vorbildhaft gelobt wird. Wo ultraorthodoxe Juden den Park genauso nutzen wie Christen und Muslime. Etliche Bewohner stammen aus allen Ecken dieser Welt. Extremisten verabscheuen diese Vielfalt und wollen das friedliche Miteinander zerstören, egal ob sie von islamistischem oder rechtsradikalem Gedankengut geprägt sind. Terror, so beweist der Anschlag abermals, ist immer niederträchtig.

<span></span> Bild-Zoom

Nach jeder Attacke in den vergangenen Monaten wurden Muslime oft verallgemeinernd und zu Unrecht dazu aufgefordert, sich vom Islamismus zu distanzieren. Obwohl sie das nicht müssten, haben im Königreich unzählige Gemeinden in starken Gesten ein Zeichen gegen Extremismus gesetzt und ihre Hand zum Dialog in alle Richtungen gestreckt. Die Finsbury-Park-Moschee setzte mit Erfolg ein De-Radikalisierungsprogramm durch, nachdem das Gotteshaus noch vor 20 Jahren als Hort des Hasses zurecht verurteilt worden war. Derweil wird allzu oft vergessen, dass jede Attacke, ausgeführt von islamistischen Fanatikern, drastische Folgen für muslimische Gemeinden hat. Immer dann steigt die Zahl der Opfer, die von Hassverbrechen berichten, feindselige Kommentare erleben oder körperlich angegriffen werden.

Dass Menschen meinen, sich für ihre Religion rechtfertigen zu müssen, zeigt, dass die Arbeit in den Gemeinden und der ständige Austausch zwischen den Kulturen und Glaubensrichtungen nicht aufhören dürfen. London ist im positiven Sinne eine einmalige Stadt. Offen, tolerant, multiethnisch zusammengesetzt, vielfältig in jeglicher Form – auch wenn gerade noch Schock und Trauer herrschen, zeigt die beispiellose Reaktion der Menschen gestern, die vor allem Einheit demonstrierte, dass sie das auch bleiben wird.

politik@fnp.de Bericht auf dieser Seite

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse