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Kommentar: Cannabis ist viel gefährlicher als früher

Von Heute feiert mein Schuljahrgang 40 Jahre Abitur. Etliche von denen, die sich wiedersehen, haben zumindest mal versuchsweise gekifft. Wir waren halt die Generation nach den 68ern.
<span></span> Bilder > Foto: (FNP)

Heute feiert mein Schuljahrgang 40 Jahre Abitur. Etliche von denen, die sich wiedersehen, haben zumindest mal versuchsweise gekifft. Wir waren halt die Generation nach den 68ern. Aus den meisten von uns ist etwas geworden, obwohl wir in der 13. Klasse oft bis nachts um die Häuser zogen und im Partykeller Bob Marley mit „Legalize Marijuana“ hörten. Dennoch bin ich strikt dagegen, den Konsum von Cannabis und anderen weichen Drogen zu legalisieren.

Hauptgrund: Der pushende Wirkstoff THC und damit der Suchtfaktor in Cannabis ist heute dreimal so stark wie früher. Dabei sind schon in den 1970er Jahren einige von denen, die ich kannte, in den Konsum harter Drogen abgeglitten. Einige von ihnen leben nicht mehr. Die Quote derer, die abrutschen, ist viel höher als unter denen, die mal Alkohol getrunken haben, also fast allen. Die Verbotsschranke verhinderte bei Drogen sicher nicht alles, aber doch einiges. Wer sich damals „etwas“ besorgte, wusste, dass er etwas Illegales tat. Einige lockte das, aber für die meisten war es lästig, sich in schmuddeligen Ecken etwas zu besorgen. Sie ließen es also schnell sein.

Heute dagegen ist das Cannabis-Rauchen fast epidemisch geworden. An jeder Ecke riecht man die süßlichen Schwaden. Neulich sogar im Stehblock des FSV-Stadions, als eine Gruppe Jugendlicher ungeniert ihr Zeug rauchte. Am letzten Sonntag stand ein etwa 16-Jähriger neben mir an der Bushaltestelle und kiffte. Es gibt kein Unrechtsbewusstsein mehr. Umso dringlicher warnen Ärzte vor Verharmlosung der Droge – vornehmlich durch Alt-68er, die romantische Erinnerungen an bekifft erlebte Konzerte von Frank Zappa, Pink Floyd oder The Who haben. Bei Untersuchungen wurde festgestellt, das regelmäßiges Kiffen die Hirnstrukturen weit stärker angreift als früher. Das neue Cannabis löst auch Psychosen aus.

Gerade für die vielen von zu Hause weniger gut unterstützten Jugendlichen, die Schulprobleme haben und für die es jenseits des Unterhaltungsprogramms im Internet kein Leben zu geben scheint, ist es gefährlich, leicht an Drogen zu kommen. Die Hürden sind schon jetzt niedriger als früher, doch statt zu resignieren und Cannabis freizugeben, sollten wir die Beschaffung, außer für Schmerzpatienten, erschweren. Sonst wird das Heer leistungsschwacher und antriebsloser junger Verlierer immer größer werden.

dieter.sattler@fnp.de

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