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Finanzkrise: Kommentar: Das Beben

Symbolbild: Sven Hoppe Symbolbild: Sven Hoppe

Vor ziemlich genau zehn Jahren verbreiteten mit I-K-B drei Buchstaben Angst und Schrecken an den Finanzmärkten. Der bis dahin einer breiten Öffentlichkeit eher unbekannten Deutschen Industriebank waren von führenden Finanzhäusern langfristige Kreditlinien gekündigt worden. Darauf musste die IKB einräumen, in eine existenzielle Schieflage geraten zu sein.

Was war geschehen? Die in der Branche als „langweilig“ bezeichnete Mittelstandsbank hatte sich verzockt. In den damals zinsarmen Zeiten hatte der Handel mit US-Krediten floriert. Die kreditgebenden Banken hatten vor allem Immobilienkredite meist zweifelhafter Qualität („Subprime“) gebündelt und zerstückelt und sie dann als „besicherte Anleihen“ weiter verkauft. Damit hatten sie Platz für neue Kreditengagements geschaffen und die Risiken aus der Bilanz entfernt.

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Banken wie die IKB mussten noch kreativer vorgehen, um das vermeintlich große Finanzrad zu drehen. Sie gliederten die Geschäfte mit Kreditpapieren, die teilweise ein mehrfaches der Bilanzsumme erreichten, in Zweckgesellschaften aus. Damit waren die Deals aus der Bilanz draußen. Für die Risiken mussten die Banken trotzdem geradestehen.

Die IKB war vor zehn Jahren das erste deutsche Bankhaus, das von der US-Finanzkrise erreicht worden ist. Nur langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Mischung aus Gier und Risiko-Ignoranz als Blaupause für weitere Abstürze dienen würde. Doch die Krise erfasste kleinere Institute wie die Weserbank ebenso, wie die Landesbanken WestLB und SachsenLB und die Commerzbank, die unter die Fittiche des Staats schlüpfen musste. Trauriger Höhepunkt hierzulande war die Pleite der Hypo Real Estate. Die HypoVereinsbank hatte darin jede Menge Wertpapierrisiken an die Börse gebracht und einen Tag nach Ablauf der Garantiefrist dem Steuerzahler ihre Giftmülldeponie aufgebürdet.

Die Folgen der Krise beschäftigen die Märkte immer noch. Vor allem geht es um die Frage, wo wohl die nächste Krise schlummert.

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