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Kommentar: Das Rennen ist eröffnet

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<span></span> Foto: (FNP)

Die Automobilindustrie steht vor einer gravierenden Umwälzung, manche sprechen sogar von einer Revolution: Benziner und Diesel werden Auslaufmodelle. Die Autokonzerne investieren Milliarden, um klimaschonenden Stromantrieben zum Durchbruch zu verhelfen. Es gibt Studien, die zum Ergebnis kommen, dass 2025 jede vierte Neuzulassung weltweit ein E-Mobil sein wird. Die Automobilfabrik der Zukunft wird mit deutlich weniger Arbeitskräften auskommen als bisher. Die Qualifikation der Mitarbeiter muss sich drastisch ändern.

Das stellt auch die deutschen Autoproduzenten vor riesige Herausforderungen. Denn die notwendigen Großinvestitionen müssen mit der alten Antriebstechnologie verdient werden. Und dort sind es vor allem die großen SUV-Modelle, die die Kassen klingeln lassen. Die deutschen Hersteller müssen also zweigleisig fahren: Sie dürfen die „old economy“, sprich Benziner und Diesel, nicht vernachlässigen. Gleichzeitig müssen sie mutig zig Milliarden in Elektromobilität, in Vernetzung und autonomes Fahren investieren, um den Anschluss an die Technologieführer nicht zu verlieren.

Technologisch hat derzeit wohl der US-Elektropionier Tesla die Nase vorn, gefolgt von Renault und der Opel-Mutter General Motors. Sie bieten aktuell Stromer mit der längsten Reichweite an. Daimler, BMW und Volkswagen müssen sich gewaltig anstrengen, um den Vorsprung aufzuholen. Gut zu beobachten, dass in den Vorstandsetagen in München und Stuttgart, in Rüsselsheim und Wolfsburg die Erkenntnis gereift ist, die dringend benötigten Gelder dafür bereit zu stellen. Die Aufholjagd kann beginnen. Ob es dabei tatsächlich zu einer deutschen oder europäischen Kooperation zum Bau einer Batteriefabrik kommen wird, steht allerdings noch in den Sternen. Derzeit haben Japaner und Koreaner bei den Akkus die Lufthoheit.

Einen vielversprechenden Weg der Zusammenarbeit haben Audi, BMW und Daimler bei der Entwicklung selbstfahrender Autos eingeschlagen. Der gemeinsame Kauf der Nokia-Tochtergesellschaft Here, einem Navigations- und Kartendienst, gilt als ein Meilenstein auf dem Weg, neue Angreifer wie Apple und Google in die Schranken zu weisen. Mittlerweile ist das Here-Team durch chinesische Partner erweitert worden. Ein äußerst kluger Schachzug, denn China ist wegen seiner Probleme mit extremer Luftverschmutzung und kollabierender Innenstädte der weltweit größte Treiber von Elektromobilität und autonomem Fahren.

Die Weichen für das Elektro-Zeitalter in der globalen Autobranche werden jetzt gestellt. Nur die Hersteller, die über eine volle Kriegskasse verfügen sowie eine kluge Investitions- und Modellpolitik fahren, können den Herausforderern aus dem Silicon Valley die Stirn bieten und sich auf dem Weltmarkt behaupten. Das Rennen um die besten Plätze ist eröffnet.

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