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IS-Terror: Kommentar: Der Kampf wird noch lange dauern

Von Die Anstrengungen in Deutschland, Jugendliche auf Sinnsuche immun zu machen gegen die islamistischen Einflüsterer, dürfen nicht nachlassen. Ein Kommentar von Sven Weidlich.
In Schussposition: Ein irakischer Soldat hält Wache in Baiji. Der irakischen Armee ist es gelungen, mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Anti-IS Koalition, die wichtige Stadt in Nordirak von der Terrormiliz Islamischer Staat zu befreien. Foto: Mohamed Ali In Schussposition: Ein irakischer Soldat hält Wache in Baiji. Der irakischen Armee ist es gelungen, mit Hilfe von Luftangriffen der internationalen Anti-IS Koalition, die wichtige Stadt in Nordirak von der Terrormiliz Islamischer Staat zu befreien. Foto: Mohamed Ali

Es dauerte nur wenige Tage, bis die Kämpfer des „Islamischen Staates“ die irakische Millionenstadt Mossul unter ihrer Kontrolle hatten. Das war vor drei Jahren. Die Rückeroberung durch die irakische Armee und ihre Verbündeten nahm neun schlimme Monate in Anspruch. Tausende Einwohner sind dabei ums Leben gekommen, und zwar auch deshalb, weil die IS-Terroristen Bewohner als menschliche Schutzschilde missbrauchten. Hunderttausende sind auf der Flucht. Viele Stadtviertel liegen in Schutt und Asche. Die Befreiung Mossuls ist alles andere als ein Triumph – und leider bedeutet die Rückeroberung auch nicht, dass der IS nun weniger gefährlich wäre.

Sven Weidlich Bild-Zoom Foto: Salome Roessler
Sven Weidlich

Der IS verliert mit Mossul eine wichtige Machtbasis, einen Rückzugsort. Mit vereinten Kräften wird die internationale Allianz mit deutscher Beteiligung weitere Erfolge erringen. Der Fall der IS-Hochburg Al-Rakka in Syrien dürfte eine Frage der Zeit sein, allerdings mit all den Tragödien, die wir jetzt in Mossul beobachten müssen.

Die gute Nachricht ist, dass die Terror-Miliz damit künftig viel weniger Rekruten aus Europa an der Waffe ausbilden und wieder zurückschicken kann. Die schlechte Nachricht ist, dass der IS noch stärker über das Internet versuchen wird, junge Menschen zu radikalisieren und für seine Zwecke einzuspannen. Die Anstrengungen in Deutschland, Jugendliche auf Sinnsuche immun zu machen gegen die islamistischen Einflüsterer, dürfen also nicht nachlassen. Die Terrorgefahr in ganz Europa bleibt hoch.

Längst hat der IS auch sein Einsatzgebiet verlagert, ist in Libyen und weiteren Ländern Afrikas aktiv oder auf den Philippinen. Die internationale Gemeinschaft muss militärisch dagegenhalten, darf aber auch die Gründe nicht aus dem Blick verlieren, die dem IS seinen Aufstieg ermöglichten.

In Sachen Mossul und dem gesamten Nordirak trägt die Regierung in Bagdad eine immense Mitschuld. Denn nach dem Sturz Saddam Husseins bevorteilte sie die schiitische Bevölkerung und scherte sich nicht mehr um die Belange der Sunniten. Kein Wunder, dass die mehrheitlich sunnitische Bevölkerung im Norden sich quasi kampflos den IS-Terroristen ergab. Die Rivalität der beiden Bevölkerungsgruppen bleibt eine der größten Herausforderungen für den Wiederaufbau der Stadt – und für die Zukunft des Landes. Der IS lauert nur darauf, eine politische Instabilität für seine Zwecke auszunutzen.

Die russische Regierung berichtete zuletzt, IS-Anführer Al-Bagdadi sei bei einem Luftangriff ums Leben gekommen. Selbst wenn es so wäre: Seine teuflische, menschenverachtende Ideologie würde in den Köpfen vieler Menschen fortleben.

sven.weidlich@fnp.de Bericht auf Seite 3

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