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Mobbing an Schulen: Kommentar: Die Bosheit im Klassenzimmer

Von Wer meint, mit der Schikanierung vermeintlich schwächerer Mitschüler sein Selbstbewusstsein aufzuwerten, dem muss klargemacht werden, dass er selbst zu den „Schwachen“ gehört. Ein Kommentar von Dieter Hintermeier.
Symbolbild Foto: imago stock&people Symbolbild

Die Bosheit kommt geballt daher. Im Martyriumsort Klassenzimmer werden Opfer von Mobbing schikaniert, ausgegrenzt, und wenn es ganz dumm für die betroffenen Kinder und Jugendlichen läuft, dann setzt es noch Schläge. Dabei hat alles vielleicht ganz „harmlos“ angefangen. Der Klassenkamerad wird erst einmal des öfteren beleidigt, dann ist er plötzlich bei seinen „Freunden“ in der Klasse nicht mehr willkommen, und wenn man ihn auf dem Schulhof oder im Bus sieht, fängt plötzlich das große Tuscheln an.

Doch damit ist noch nicht das Ende der Mobbing-Fahnenstange erreicht. Jetzt wird das Opfer zur permanenten Zielscheibe von Lästereien und auch im Unterricht machen die „Mobber“ nicht mehr mit ihren Schikanen halt. Wenn es dem Schrecken nicht selbst Einhalt gebietet, kann das Opfer dann nur noch hoffen, dass die Täter irgendwann das Interesse an ihm verlieren.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Dass sich die Mobbing-Aktivitäten von Schülern vom Klassenzimmer und Pausenhof in die sozialen Medien verlagert haben, ist inzwischen hinlänglich bekannt. In Facebook & Co. erfolgt das Mobbing einzelner Mitschüler dann wesentlich subtiler, aber dafür nicht weniger effizient. Für den, der permanent in den sozialen Medien beleidigt und beschimpft wird, sind das Schläge für die Seele.

Das sind alles keine bedauerlichen Einzelfälle. In Deutschland wird nach einer neuen Pisa-Studie fast jeder sechste 15-Jährige regelmäßig Opfer von teils massivem Mobbing an seiner Schule. Insgesamt sind dabei Jungen häufiger Mobbing-Opfer in der Schule als Mädchen. Im Gegensatz dazu sind diese aber stärker von Ausgrenzung und bösen Gerüchten betroffen.

Was also tun, um Mobbing einzudämmen? Fest steht, dass Mobbing kein ureigenes schulisches Problem ist, auch wenn die Findungsphase der Pubertät für dieses Phänomen prädestiniert scheint. Denn Mobbing kann später im Privat- wie im Arbeitsleben genauso wieder auftreten.

Für den schulischen Bereich sollte in diesen Fällen aber eine Null-Toleranz-Praxis gelten. Wer meint, mit der Schikanierung vermeintlich schwächerer Mitschüler sein Selbstbewusstsein aufzuwerten, dem muss klargemacht werden, dass er selbst zu den „Schwachen“ gehört. Sicher ist es richtig, dass Lehrer und Schulen für das brisante Thema sensibilisiert werden müssen. Auf der anderen Seite haben Kinder und Jugendliche auch Eltern, die in der Verantwortung für ihren Nachwuchs stehen. Bei allen Mühen des Alltags ist es wohl nicht zu viel verlangt, dass sich Eltern einen Überblick über die „Taten“ der Kinder verschaffen, um notfalls auch gegenzusteuern, wenn man den Eindruck gewinnt, hier läuft bei den Kids etwas aus dem Ruder. So viel elterliche Erziehung muss sein.

politik@fnp.de

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