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Kommentar: Die Sprit-Schere

Der Preis für Opec-Rohöl ist erneut stark gefallen. Foto: Ho Der Preis für Opec-Rohöl ist erneut stark gefallen. Foto: Ho

In den vergangenen Tagen spielten sich an den Energiemärkten ganz erstaunliche Entwicklungen ab. Während der Preis für Rohöl stark fiel, legten die Preise für Benzin und Diesel stark zu und damit die Preise von Produkten, die ganz ohne Zweifel aus Rohöl gewonnen werden.

Normalerweise entwickeln sich die Preise im Einklang. Wenn Rohöl teuer ist, wird es Benzin ein paar Tage später auch. Fallen die Notierungen für das schwarze Gold, so macht auch das sich über kurz oder lang an den Zapfsäulen bemerkbar. Der Grund für das aktuelle Phänomen der Rohöl-Sprit-Schere hat einen Namen: Harvey. Der Hurrikan hat an der texanischen Küste mehrere Raffinerien für einige Tage lahmgelegt. Die logische Folge war natürlich, dass eben diese Raffinerien weniger Öl nachfragten. Der Preisrutsch also lehrbuchgerecht.

Stefan Wolff Bild-Zoom
Stefan Wolff

Ebenso lehrbuchgerecht ging es an der anderen Seite der Raffinerien weiter. Weil die weniger bis gar nichts ausstießen, wurde das Angebot an Destillaten knapp. Folglich stieg der Preis für Diesel und Benzin. Harvey hat also die klassischen Preismechanismen außer Kraft gesetzt und gleichzeitig gezeigt, wie das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage funktioniert.

Die Märkte reagieren stets sensibel auf solche Nachrichten und versuchen, ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Nach den Nachrichten vom Hurrikan haben wahrscheinlich viele Akteure auf steigende Ölpreise – und damit auf das falsche Pferd – gesetzt. Ihnen wird kein Trost sein, dass dieser Effekt bald auch wieder verpuffen wird. Verbraucher allerdings dürfte es beruhigen, dass ein langanhaltender Preisaufschwung erst einmal nicht abzusehen ist. So kurz vor Beginn kälterer Tage und Nächte ist das keine schlechte Nachricht.

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