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Donald Trump: Kommentar: Die gelähmte Supermacht

Von Es wird immer schwerer zu glauben, dass bei der US-Wahl im November 2016 alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Ein Kommentar von Klaus Späne.
Die Ermittlungen über eine mögliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf überschatten die Präsidentschaft von Donald Trump. Foto: Pablo Martinez Monsivais Die Ermittlungen über eine mögliche russische Einmischung in den US-Wahlkampf überschatten die Präsidentschaft von Donald Trump.

Aus und vorbei. Der selbstsüchtige und verlogene Intrigant an der Spitze der USA hat ausgedient, das Drama, das ein weltweites Publikum fasziniert, abstößt, in jedem Fall fesselt, wird bald beendet. Zugegeben, die Parallelen zur US-Wirklichkeit sind nicht ganz von der Hand zu weisen, in diesem Falle handelt es sich jedoch um das überraschende Einstellen der preisgekrönten Erfolgsserie „House of Cards“, das der Streamingdienst Netflix angekündigt hat. Aber auch beim realen Dauerdrama, das sich seit Januar um den Amtsinhaber im Weißen Haus abspielt, kann ein unerwartetes Ende zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Klaus Späne Bild-Zoom Foto: (FNP)
Klaus Späne

Die Rede ist von der Russland-Affäre, die immer mehr Fahrt aufnimmt. Zur Erinnerung: Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, dass Russland über Kontakte zu Trumps Wahlkampfteam die Präsidentschaftswahlen vor einem Jahr manipuliert haben könnte. Seit dem Einzug des Immobilientycoons ins Oval Office hängt dieser Verdacht wie ein Damoklesschwert über der Amtszeit des 45. US-Präsidenten. Dass die Einschläge nun langsam bedrohlich in die Nähe von Donald Trump selbst kommen, zeigte sich nun, als FBI-Sonderermittler Robert Mueller Anklage gegen keinen Geringeren als Trumps ehemaligen Wahlkampfmanager Robert Manafort erhob. Zusammen mit Manafort gerieten gleichzeitig zwei weitere frühere Trump-Getreue ins Visier der Ermittler.

Auch wenn damit noch nichts bewiesen ist, hat der Skandal damit zumindest eine bisher nicht gekannte Dimension erreicht. Und immer schwerer wird es zu glauben, dass bei der Wahl im November 2016 alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Dazu trägt auch bei, dass zuvor Trumps Sohn Donald Junior und sein Schwiegersohn Jared Kushner durch Russland-Kontakte aufgefallen waren, ohne dass dies bislang strafrechtliche Konsequenzen hatte. Ins Bild passt zudem eine aktuelle Meldung, wonach zwischen 2015 und 2017 im großen Stil Politanzeigen made in Russland auf Facebook geschaltet wurden. Sie dienten offenbar dazu, Spannungen zwischen sozialen und ethnischen Gruppen in den USA anzuheizen.

Nein, diese Präsidentschaft ist wirklich alles andere als normal. Wer daran noch gezweifelt haben sollte, müsste in den vergangenen Monaten eines Besseren belehrt worden sein, als ein erratisch agierender Politdarsteller sämtliche Regeln des guten Regierens und des respektvollen menschlichen Umgangs ad absurdum geführt hat. Das einzig Beruhigende, was derzeit aus den USA kommt, ist die Tatsache, dass sich Justiz und Medien von dem Twitter-Wüterich in Washington nicht einschüchtern lassen und nach wie vor funktionieren. Sie haben nun die Aufgabe, endgültig Licht in diese Affäre zu bringen. Und dies könnte Trumps Regentschaft wie ein Kartenhaus einstürzen lassen. Unterdessen hält die Lähmung der USA weiter an – in einer Zeit, in der die Welt verantwortungsvolle Führung eigentlich dringend nötig hätte.

klaus.spaene@fnp.de Bericht auf Seite 3

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