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Billigflieger: Kommentar: Die schlechte Nachricht

"Mehr Flüge bedeuten mehr Lärm, Luftverschmutzung und gestörte Nachtruhe von Hunderttausenden Menschen. Und hinter billigeren Tickets stehen meist schlechte Arbeitsbedingungen und katastrophale Gehälter, wie die Gewerkschaft Ufo gerade wieder der Billigfluglinie Ryanair vorwirft", sagt unsere Kommentarschreiberin Wiebke Rannenberg.
Symbolbild Symbolbild

Wer will, kann das für eine gute Nachricht halten: Noch nie waren Tickets für Flüge in Europa so billig, hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt gerade errechnet. Zudem bedienen Billigfluglinien immer mehr Strecken, bieten immer mehr Ziele an.

Und auch der Frankfurter Flughafen will mitverdienen und sein Low-Cost-Segment, wie es so schön heißt, ausbauen. Wer also über das Wochenende mal eben nach Spanien fliegen will, muss nicht mehr nach Hahn oder Düsseldorf fahren.

Aber es ist eine schlechte Nachricht. Mehr Flüge bedeuten mehr Lärm, Luftverschmutzung und gestörte Nachtruhe von Hunderttausenden Menschen. Und hinter billigeren Tickets stehen meist schlechte Arbeitsbedingungen und katastrophale Gehälter, wie die Gewerkschaft Ufo gerade wieder der Billigfluglinie Ryanair vorwirft.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Michael Faust

Und nun zeichnet sich ein weiteres Problem ab: Billigfluglinien haben immer wieder so starke Verspätungen, dass sie in Konflikt mit dem Nachtflugverbot auf dem Frankfurter und auf anderen Flughäfen kommen. Für Frankfurt hat das eine Stichprobe für den September ergeben, in der die Fluglinie Ryanair, die erst seit März 2017 hier startet und landet, besonders auffällt. Hamburger Bürgerinitiativen können auf einen längeren Zeitraum zurückgreifen, dort macht der Billig-Sektor inzwischen 40 bis 50 Prozent des Flugverkehrs aus. Und sie bestätigen die Frankfurt Beobachtung: Je billiger die Fluglinie, desto stärker die Verspätungen.

Für den September verwies Ryanair auf „Vorfälle und Streiks“ in Frankreich und Spanien. Doch der Trend setzt sich im Oktober fort. Schon jetzt soll eine Maschine um Punkt 23 Uhr landen, vom Winterflugplan an sollen es sogar zwei sein, dazu zwei weitere um 22.50 und 22.55 Uhr.

Hinter den Landungen nach 23 Uhr scheint System zu stecken, die Ausnahme droht zur Regel zu werden: Die Flugpläne scheinen zu knapp kalkuliert, die Umschlagzeiten zu kurz geplant. Das herauszufinden und vor allem, falls es so ist, mit empfindlichen Geldbußen zu bestrafen, ist Aufgabe der Flugverkehrsaufsicht im hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministerium.

Auf jeden Fall müssen die beteiligten staatlichen Stellen dafür sorgen, dass die Start- und Landezeiten realistisch kalkuliert werden.

Doch gefordert sind auch wir Verbraucherinnen und Verbraucher. Vor jeder Buchung sollten wir daran denken: Jeder Flug verschmutzt die Umwelt, bläst Schadstoffe in die Luft, verursacht Lärm und trägt zur gestörten Nachtruhe von Hunderttausenden Menschen im Rhein-Main-Gebiet bei.

wiebke.rannenberg@fnp.de Bericht auf Seite 1

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