E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C

Deutsche Bank Tochter DWS: Kommentar: Ein Desaster, das nicht überraschend kommt

Symbolbild Foto: Arne Dedert/Archiv Symbolbild

Erst im März hat die Deutsche Bank ihre Fondstochter DWS an die Börse gebracht. Ursprünglich pries man sie als „Kronjuwel“ an, das acht Milliarden Euro wert sein sollte. Doch musste der Vorstand deutliche Abstriche bei den Preisvorstellungen machen und wurde auch weniger Aktien los als geplant – nur das Engagement eines japanischen Ankerinvestors rettete die Transaktion. Zu 32,50 Euro ausgegeben, sackte die Aktie trotz fleißiger Kurspflege rasch ab bis auf 25,18 Euro – und diesem Tief näherte sie sich gestern zeitweise wieder bedenklich. Damit ist die DWS nur noch gut fünf Milliarden Euro wert – und bei der Deutschen Bank, wo die Tochter mit 32 Euro je Aktie in den Büchern stehen soll, drohen hohe Sonderabschreibungen. Ein einziges Desaster.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Aber keines, das überraschend kommt. Die gesamte Branche steht angesichts des Trends zu kostengünstigen ETFs (börsennotierten Indexfonds) unter Druck. Und die DWS schneidet besonders schwach ab, weil Anleger angesichts der Probleme der Mutter Gelder abziehen: Weltweit hat sie den Anschluss an die Top Ten längst verloren, während sich UBS oder auch Allianz hinter BlackRock und Vanguard halten können. Höher bewertet sind an der Börse auch die europäischen Wettbewerber: Die zu den französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken gehörende Natixis kommt auf Anlagegelder von 818 Milliarden Euro und eine Marktkapitalisierung von 19 Milliarden; Amundi, Tochter der beiden französischen Großbanken Crédit Agricole und Société Générale, verwaltet mit 1450 Milliarden Euro mehr als doppelt so viel Vermögen wie die DWS und kommt auf 12 Milliarden Börsenwert. Anschluss daran wird die DWS auf absehbare Zeit nicht finden.

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen