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TV-Duell Merkel-Schulz: Kommentar: Ein harmonisches Paar

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HANDOUT - Screenshot des TV-Duells zwischen der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel und dem SPD-Kanzlerkandidaten und SPD-Vorsitzenden Martin Schulz am 03.09.2017 in Berlin. Das einzige TV-Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) vor der Bundestagswahl 2017 wird gemeinsam vom Ersten, RTL, SAT.1 und ZDF übertragen. (ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im direkten Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur bei Nennung der Quelle: Foto: -/MG RTL D/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: - (MG RTL D) HANDOUT - Screenshot des TV-Duells zwischen der Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzenden Angela Merkel und dem SPD-Kanzlerkandidaten und SPD-Vorsitzenden Martin Schulz am 03.09.2017 in Berlin. Das einzige TV-Duell zwischen Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) vor der Bundestagswahl 2017 wird gemeinsam vom Ersten, RTL, SAT.1 und ZDF übertragen. (ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im direkten Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur bei Nennung der Quelle: Foto: -/MG RTL D/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Für Martin Schulz hing die Latte hoch: Hätte er sich zu milde gegeben im Duell gegen die Kanzlerin, wäre es ihm kaum möglich gewesen, unentschlossene Wähler auf seine Seite zu ziehen. Hätte er die beliebte Kanzlerin zu hart angegriffen, wäre er leicht in der Nörgelecke gelandet. Was seine Beliebtheitswerte auch nicht befeuert hätte. Und dann ist da noch das Dilemma, dass die SPD ja in der großen Koalition Merkels Politik mitgetragen hat. So musste Schulz also einen Mittelweg suchen. Und ist dabei doch etwas vom Weg abgekommen.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Der Herausforderer hat sich moderat angriffslustig gezeigt, zugleich aber etwas zu häufig Gemeinsamkeiten mit Angela Merkel deutlich herausgestellt. Das amüsanteste Beispiel dafür war seine Randbemerkung, dass wohl beide Kandidaten vor dem Duell im stillen Kämmerlein gebetet haben. So ist fast schon der Eindruck entstanden, dass beide zusammen ein harmonisches Regierungsbündnis bilden könnten. Die Kanzlerin gab Martin Schulz in mehreren Punkten Recht und hat gar eine Verabredung mit ihm und seiner Partei für morgen getroffen zu einer möglichen Sammelklage für Dieselfahrer.

So ist das inhaltliche Fazit eine große Nähe der beiden Kandidaten in vielen Punkten. Auch im Auftreten wirkten beide sympathisch und konziliant. Im Detail aber konnte die Kanzlerin immer wieder mit ihrer langjährigen Erfahrung und großer Detailkenntnis glänzen.

Kein Wunder – war es für Merkel doch schon das vierte Duell. In ihrem ersten Auftritt gegen Gerhard Schröder 2005 war Merkel zwar noch deutlich direkter in der Disziplin Attacke, dennoch konnte sie sich gegen Schröder verbal nicht durchsetzen. Der SPD-Mann legte nach der Sendung eine für die CDU gefährliche Aufholjagd hin. Auch wenn es am Ende für Schröder nicht gereicht hatte, so war es doch ein Fernsehduell, das reale Auswirkungen entfaltete. Martin Schulz hingegen gelang es gestern nicht annähernd, Schröders Potenzial zu entfalten. Er konnte der Kanzlerin zwar inhaltlich in vielen Punkten durchaus Paroli bieten, aber das hatte ihm auch zuvor niemand abgesprochen. Ob es ihm jedoch gelang, unentschlossene Wähler in nennenswerter Zahl für sich zu gewinnen, erscheint fraglich.

Das liegt natürlich auch daran, dass es die Dauerkanzlerin inzwischen unnachahmlich beherrscht, ihre Ruhe und Gelassenheit als Stärke und Sympathie-Joker herauszustellen. Auch Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück, die nach Schröder in den beiden folgenden Fernseh-Zweikämpfen gegen Merkel antreten mussten, hatten schon kaum mehr eine Chance gegen „Mutti“. Was aber diesmal tröstlich für unsere Demokratie wirkt: Beide Kandidaten traten kompetent und staatsmännisch besonnen auf – Eigenschaften die derzeit bei Weitem nicht allen Staatslenkern zugesprochen werden können.

christiane.warnecke@fnp.de Bericht auf dieser Seite

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