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Kommentar: Endlich Zahlen

"Angesichts dieser Rally fragen sich immer mehr Anleger und Aktiensparer, wie lange das noch gutgehen kann, wohl wissend, dass vor allem die Notenbanken den Börsen-Turbo gezündet haben, indem sie den Finanzmärkten weiter zu billiges Geld in Aussicht stellen", sagt unser Kommentarschreiber Stefan Wolff.
Symbolbild Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Symbolbild

An den Börsen fällt Rekord auf Rekord. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist zuletzt über die Marke von 13 500 Punkte geschossen. Angesichts dieser Rally fragen sich immer mehr Anleger und Aktiensparer, wie lange das noch gutgehen kann, wohl wissend, dass vor allem die Notenbanken den Börsen-Turbo gezündet haben, indem sie den Finanzmärkten weiter zu billiges Geld in Aussicht stellen.

So gesehen, kommt die Bilanzsaison gerade recht. In den kommenden Tagen und Wochen werden nun auch deutsche Konzerne den Bilanzstrich unter das dritte Quartal ziehen. Umsatz, Gewinn und natürlich der Ausblick werden zeigen, ob die Realität die tatsächliche Kurshöhe untermauern kann oder eben nicht. Schließlich wird ja – wie immer wieder gern betont wird – an der Börse die Zukunft gehandelt.

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Für besseren Durchblick empfiehlt sich ein Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Hier werden – wie der Name schon sagt – der Aktienkurs eines Unternehmens und erwartete oder tatsächliche Gewinne in ein Verhältnis gesetzt. Im Allgemeinen gilt eine Aktie als „günstig“, wenn das KGV niedrig ausfällt. Hohe, zweistellige Werte deuten auf einen teuren Aktienkurs hin. Der aktuelle Blick auf den Dax zeigt mit einem KGV von 3,2 optisch günstige Lufthansa-Papiere, obwohl die Aktien innerhalb der vergangenen drei Monate um 45 Prozent gestiegen sind. Als günstig gelten auch Papiere von Daimler und BMW.

Damit zeigt sich gleich die Crux hinterm KGV. Denn die Kennzahl mag die Gewinnsituation spiegeln, sie sagt aber nichts über politische Unwägbarkeiten und andere Risiken aus. Beiersdorf, Adidas, die Fresenius-Familie und Thyssen erscheinen mit KGV zwischen 20 und 40 als „teuer“. Hier kann zusätzlich der Blick in die Unternehmenshistorie hilfreich sein.

Egal, welche Schlüsse in den kommenden Wochen erfolgen: Es werden entscheidende Weichen für das weitere Börsengeschehen gestellt werden.

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