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Jan Ullrich: Kommentar: Geschmäckle

Von Noch immer ist Jan Ullrich der wohl populärste deutsche Radrennfahrer – obwohl seine Karriere 2006 unrühmlich zu Ende ging. Wo der Tour-de-France-Sieger von 1997 auftaucht, ist das Interesse weiterhin groß.
<span></span> Foto: Ennio Leanza (KEYSTONE)

Noch immer ist Jan Ullrich der wohl populärste deutsche Radrennfahrer – obwohl seine Karriere 2006 unrühmlich zu Ende ging. Wo der Tour-de-France-Sieger von 1997 auftaucht, ist das Interesse weiterhin groß. Viele Fans blenden Ullrichs Doping-Vergangenheit aus. Für sie zählt: Ullrich war ein Jahrhundert-Talent und hat nur das gemacht hat, was alle taten. Denn damals waren die meisten Radprofis gedopt, allen voran Lance Armstrong (USA) – was Ullrichs Verhalten freilich keineswegs besser macht.

Der 43-Jährige, seit jeher Öffentlichkeits-scheu, zog sich jahrelang in seine Wahlheimat Schweiz zurück. Die mediale Kritik und Verurteilung durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) im Jahr 2012 setzten ihm schwer zu – auch psychisch. Dass er nun erstmals wieder ein öffentliches Amt im Radsport annimmt, die Sportliche Leitung des Traditionsrennens Rund um Köln, ist menschlich gesehen ein gutes Zeichen. Er scheint wieder Mut gefasst zu haben und zurück ins Leben zu wollen.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Und doch besitzt diese neue Partnerschaft – vorsichtig ausgedrückt – ein Geschmäckle. Organisator Artur Tabat kann zwar darauf hoffen, dass sein Rennen durch seinen prominenten „Ziehsohn“ Ullrich wieder etwas aufblüht: Das Medieninteresse wird steigen, und dadurch möglicherweise sogar die Anzahl der Sponsoren. Tatsächlich wird die 109 Jahre alte Veranstaltung nun mit einem Dopingsünder in Verbindung gebracht, der nach wie vor kaum Reue zeigt. Das ist das falsche Signal des Radsports und könnte für Ullrich erneut ungut enden.

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