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Deutsche Wirtschaft: Kommentar: Haar in der Suppe

Die deutsche Wirtschaft brummt weiter. Foto: Frank Rumpenhorst Die deutsche Wirtschaft brummt weiter.

Der Aufschwung ist auch zu Jahresbeginn in bärenstarker Verfassung. Für das Jahr 2018 heißt das: Volle Kraft voraus! Der Wachstumsturbo bleibt eingeschaltet. Die deutsche Wirtschaft ist die Konjunktur-Lokomotive Europas.

Doch am verkaterten Aschermittwoch, dem Tag, an dem diese Zeilen geschrieben wurden, muss es auch einmal erlaubt sein, das berühmte Haar in der Suppe zu suchen. Denn die stärksten Wachstumsimpulse kamen zuletzt aus den Ausfuhren. Exportierte Autos, Roboter, Maschinen, Spezialchemikalien und Arzneimittel „Made in Germany“ haben die einheimische Wirtschaft angeschoben.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Ungemach droht der Exportwirtschaft künftig ausgerechnet von Deutschlands größtem Kunden: den USA. Dorthin haben deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1300 Milliarden Euro geliefert. Das war so viel wie nie zuvor. Doch ob sich diese Erfolgsgeschichte fortsetzt, ist unklar. Der Grund: US-Präsident Donald Trump hat im Zuge seiner „America First“-Politik angekündigt, Importe stärker zu besteuern. „Wir können nicht weiter Leute in unser Land lassen, die uns schamlos ausrauben und uns gewaltige Zölle und Steuern abverlangen“, hatte er bei der Vorstellung des Budgetplans im Weißen Haus gesagt.

Dass er es ernst meint und es nicht bei Ankündigungen belassen will, haben seine Ende Januar verhängten Schutzzölle auf Waschmaschinen und Solarpanele gezeigt. Trump hat bisher zwar keinerlei Einzelheiten zu den geplanten Zöllen auf Einfuhren aus aller Welt genannt. Bekannt ist aber, dass er sich über unterschiedlich hohe Steuersätze ärgert. So hat der US-Präsident auch Deutschland genannt. Es sei ungerecht, dass amerikanische Exporteure in Deutschland 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer auf ihre Produkte aufschlagen müssten, während sich deutsche Waren in den Vereinigten Staaten nur um zehn Prozent verteuerten.

Im Kern dürfte Trump mit seiner Strafsteuer zwar eher Länder wie China und Südkorea im Visier haben. Doch auch die deutschen Exporteure dürften nicht ungeschoren davon kommen. Unsere Exportwirtschaft ist alarmiert. Es drohen empfindliche Rückschläge.

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