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Kommentar: Hohes Risiko der Bundeswehr

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Foto: Gregor Fischer Foto: Gregor Fischer

Der Absturz des Bundeswehr-Hubschraubers in Mali löste nicht nur Trauer im nordhessischen Fritzlar aus, wo die verunglückten Soldaten stationiert waren. Vor allem muss das Mitgefühl ihren Familien gelten. Auch wenn es wohl kein feindlicher Angriff war, zeigt der Absturz, welch hohes Risiko die deutschen Soldaten bei den Auslandseinsätzen tragen. Seit 1993 sind mittlerweile 108 Bundeswehr-Soldaten in fernen Ländern ums Leben gekommen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) war gut beraten, mit sehr emotionalen Worten zum Tod der Soldaten Stellung zu nehmen. Denn ihr empathisches Vermögen genießt in der Truppe nicht den besten Ruf, seit sie nach in der Tat unerträglichen, aber einzelnen Vorkommnissen in Sachen Schikane, Sexismus und Rechtsextremismus die Moral der gesamten Bundeswehr-Truppe in Zweifel gezogen hatte.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Wenn sich bestätigt, dass der Absturz weder durch einen Angriff noch durch einen Pilotenfehler verursacht wurde, sondern durch technisches Versagen, wird unweigerlich die Diskussion über die mangelnde Ausrüstung der Bundeswehr aufkommen. Von der Leyen, die angetreten war, das Beschaffungswesen transparenter und effektiver zu machen, wird dann unangenehme Fragen beantworten müssen.

Weglächeln wird sie diese nicht können. Von der Leyen war Verteidigungsministerin geworden, um zu beweisen, dass sie für Höheres taugt. Fast alle ihre Vorgänger waren, mit der glänzenden Ausnahme Helmut Schmidt, politisch kleiner aus dem Verteidigungsministerium herausgekommen, als sie hineinmarschiert sind. Man kann bei von der Leyen nicht sagen, dass sie bisher auf der Hardthöhe versagt hat. Aber vorangekommen ist sie auch nicht. Ein „befriedigend“ oder „ausreichend“ aber dürfte nicht reichen, um eines Tages Kanzlerin zu werden.

dieter.sattler@fnp.de 

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