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Formel 1: Kommentar: Inszenierungen

Von "Und Erfolg hat man nur, wenn Talent und Siegeswille durch eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit ergänzt werden", sagt unser Kommentarschreiber Christian Heimrich.
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Die Formel 1 gehört zu den darwinistischen Sportarten. Letztlich zählt nur der Sieg des Stärkeren, ähnlich wie im Boxen oder Tennis. Es geht um den Kampf Mann gegen Mann, oder Frau gegen Frau. Und Erfolg hat man nur, wenn Talent und Siegeswille durch eine gehörige Portion Rücksichtslosigkeit ergänzt werden.

Der PS-Zirkus hat schon einige Protagonisten hervorgebracht, zu denen diese Beschreibung gut passt. Niki Lauda beispielsweise, oder Ayrton Senna. Auch Michael Schumacher gehört in diese Reihe. Sie galten als eisgekühlte Roboter im Cockpit und wirkten deshalb unnahbar.

Die Zeiten haben sich geändert. Ein Star-Pilot wie Lewis Hamilton genießt öffentlich das süße Leben, produziert sich bei Twitter und Co. Sein Konkurrent Sebastian Vettel gibt gerne den Hessen-Schelm aus Heppenheim. Von beiden Inszenierungen darf man sich nicht täuschen lassen. Hamilton hat seinen ehemaligen Teamkollegen Nico Rosberg so gering geschätzt, dass er ihm auch nach dessen Rücktritt noch hinterher stichelt. Und die Team-Feindschaft zwischen Vettel und seinem einstigen Red-Bull-Nebenmann Mark Webber füllt ebenfalls einige Seiten im Formel-1-Geschichtsbuch.

Und nun also die neue große Wertschätzung zwischen Hamilton und Vettel. Die Rennsport-Königsklasse will sich gerade neu erfinden. Sollten da etwa die frisch inthronisierten Vermarkter im Hintergrund die Fäden gezogen haben?

„So einen wie ihn habe ich noch nie gehabt. Ich kämpfe jetzt gegen einen viermaligen Weltmeister“, hat Lewis Hamilton in China gesagt. Klingt eigentlich nett, ist aber letztlich nur der nächste Giftpfeil gegen Rosberg. Denn der wurde nur einmal Weltmeister.

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