Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
1 Kommentar

SPD-Parteitag: Kommentar: Kämpfer als Spitzenkandidat

"Auch die nächste Landtagswahl im Herbst 2018 wird alles andere als ein Selbstläufer, denn Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir regieren mit Schwarz-Grün längst nicht so tölpelhaft, wie sich die Jamaika-Unterhändler in Berlin verhalten haben", sagt unser Kommentarschreiber Gerhard Kneier.
Parteitag SPD Hessen Foto: Boris Roessler (dpa) Über seine Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2019 freut sich der hessische SPD-Parteivorsitzende, Thorsten Schäfer-Gümbel, mit seiner Frau Annette auf dem Landesparteitag der Sozialdemokraten in Frankfurt.

Der SPD-Landesparteitag in Frankfurt am Wochenende hat es gezeigt: Die hessischen Sozialdemokraten stehen wie eine Eins hinter ihrem Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel. Mit mehr als 94 Prozent nominierten sie den 48-Jährigen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im kommenden Jahr, und bei der Wiederwahl als Landesvorsitzender waren es kaum weniger Stimmen.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Vergessen die Zeit, als die hessische SPD am Rande des Abgrunds stand, nachdem sie versucht hatte, die damalige Minderheitsregierung des streitbaren CDU-Manns Roland Koch mit dem Abenteuer Rot-Rot-Grün zu beenden. Der bis dahin weitgehend unbekannte Politiker mit Wahlkreis in Mittelhessen war kaum zu beneiden, als er kurz darauf als Nachfolger Andrea Ypsilantis in einen völlig aussichtslosen Wahlkampf zog. Der Absturz um 13 Prozentpunkte bei der Landtagswahl 2009 ging nicht auf Schäfer-Gümbels Konto. Doch seitdem weiß er, wie schwer es ist, eine am Boden liegende Partei ganz langsam wieder aufzubauen, innerparteiliche Gräben zuzuschütten und schließlich wieder in die Offensive zu bringen.

Kein Wunder, dass er seine damaligen Erfahrungen heute auch in die Bundes-SPD einbringt, die am 24. September ihrerseits eine schwere Niederlage erlitt. Nach dem Scheitern von Jamaika wird die Union wohl einen hohen Preis dafür bezahlen müssen, wenn sie die SPD wirklich noch einmal in die große Koalition drängen kann. Doch um dann dafür Mehrheiten bei den Sozialdemokraten zu mobilisieren, kommt Leuten wie Schäfer-Gümbel sicher eine Schlüsselrolle zu. Dem gelang es 2013, die SPD wieder über 30 Prozent zu bringen. Doch dann kam bekanntlich die schwarz-grüne Koalition in Hessen. Schäfer-Gümbel musste in der Opposition bleiben. Auch die nächste Landtagswahl im Herbst 2018 wird alles andere als ein Selbstläufer, denn Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir regieren mit Schwarz-Grün längst nicht so tölpelhaft, wie sich die Jamaika-Unterhändler in Berlin verhalten haben.

Doch der alte und neue SPD-Spitzenkandidat macht das einzig Richtige in dieser Situation: Er kämpft und flößt seiner Partei Zuversicht ein. Dass man auch anscheinend aussichtslose Wahlen noch gewinnen kann, hat seine Partei schließlich in vielen Kommunen gezeigt. Nicht auszuschließen also, dass es auch auf Landesebene noch einmal spannend werden könnte. Mal sehen, wie es bis zur Wahl in knapp einem Jahr im Bund aussieht.

politik@fnp.de Bericht auf Seite 5

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse