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Kommentar: Killer im Straßenverkehr

"Von höheren Bußgeldern lassen sich Verkehrsteilnehmer jedoch nicht beeindrucken, wie eine neue Umfrage zeigt. Hinzu kommt, dass das Risiko, von der Polizei erwischt zu werden, verschwindend gering ist", sagt unsere Kommentarschreiberin Simone Wagenhaus.
Symbolbild Foto: Monika Skolimowska/dpa Symbolbild

Während der Autofahrt Textnachrichten auf dem Handy lesen, telefonieren oder das Navigationsgerät neu programmieren: War bis vor einigen Jahren Alkohol das größte Risiko, in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt zu werden, haben Smartphones und Navigationssysteme diesen Trend längst gestoppt: Inzwischen gilt Ablenkung als Unfallursache Nummer eins – oft mit tödlichen Folgen. Bei mehr als jedem zehnten schweren Unfall in Deutschland war der Fahrer nicht bei der Sache. Das geht aus einer von der Allianz veröffentlichten Studie hervor.

Die Strafen für Smartphone- oder Tablet-Nutzung im Auto sind zum 19. Oktober von 60 auf 100 Euro erhöht worden. Auch Fahrradfahrer zahlen mehr. So werden 55 statt 25 Euro fällig, wenn sie WhatsApp-Nachrichten lesen, telefonieren oder etwas anderes am Handy während der Fahrradfahrt erledigen. Von höheren Bußgeldern lassen sich Verkehrsteilnehmer jedoch nicht beeindrucken, wie eine neue Umfrage zeigt. Hinzu kommt, dass das Risiko, von der Polizei erwischt zu werden, verschwindend gering ist. In diesem Zusammenhang werden auch immer schnell die Rufe nach mehr Prävention laut. Aber: Aufklärung über die tödlichen Risiken wegen Telefonierens oder Nachrichtenlesens beim Autofahren sind zwar wichtig und richtig. Allein das ändert jedoch das Bewusstsein der meisten nicht.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Der Automobilclub von Deutschland hat sich bereits für eine gesetzliche Pflicht zum Einbau von Freisprechanlagen in Fahrzeugen ausgesprochen. Außerdem sollten im Straßenverkehr grundsätzlich nur noch sprachgesteuerte Kommunikationsgeräte genutzt werden dürfen. Und der ADAC verlangt, dass in Autos verbaute Geräte so gestaltet sein müssen, dass die Bedienung nicht mehr ablenkt als das Setzen des Blinkers oder Bedienen des Radios. Hier sind die Autobauer gefragt – eine kurzfristige Lösung ist jedoch nicht zu erwarten.

Früher galt Alkohol am Steuer als Kavaliersdelikt. Es war nicht verwerflich, nach mehreren Wein oder Gläsern Wein Auto zu fahren. Man war in guter Gesellschaft. Jeder machte es. Bis die Zahl der (tödlichen) Unfälle in die Höhe schoss. Der Gesetzgeber reagierte, verankerte Trunkenheit am Steuer mit Haft im Strafrecht. Seitdem weiß jeder, der betrunken fährt, was ihm droht, wenn er erwischt wird: eine saftige Geldstrafe, Punkte in Flensburg, Führerschein-Entzug – gegebenenfalls auf Lebenszeit. Genau diesen Weg muss der Gesetzgeber auch im Fall Smartphones gehen. Sie sind ebensolche Killer wie Alkohol.

simone.wagenhaus@fnp.de

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