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Kommentar: Klimapolitik - Gut gemeint, schlecht gemacht

Von Der Klimawandel ist eine Tatsache, und der Mensch trägt die Verantwortung dafür, dass es auf der Erde immer heißer wird. Kritiker, die dies in Frage stellen, verschließen die Augen vor den wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Foto: Jens Büttner

Der Klimawandel ist eine Tatsache, und der Mensch trägt die Verantwortung dafür, dass es auf der Erde immer heißer wird. Kritiker, die dies in Frage stellen, verschließen die Augen vor den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die entscheidende Frage lautet: Kann sich die internationale Gemeinschaft rechtzeitig dazu durchringen, den Ausstoß von Treibhausgasen einzuschränken und damit die Erderwärmung in Grenzen zu halten? Von heute an treffen sich Vertreter fast aller Staaten wieder bei einem Weltklimagipfel, diesmal in Bonn. Die Weltgemeinschaft reagiert, doch leider viel zu langsam. Und der Weg zur Rettung des Planeten ist gesäumt von vielen Hindernissen.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Da sind zum Beispiel die erneuerbaren Energien: eine gute Sache, doch leider noch viel zu teuer. Ein reiches Land wie Deutschland kann es sich leisten, 20 Milliarden Euro pro Jahr in das Projekt zu stecken. Doch für die Schwellenländer ist dies völlig illusorisch. Dort hat der Kampf gegen die Armut Vorrang. Der Klimaschutz ist für die Menschen und auch für die Politiker zweitrangig.

China als weltgrößter Klimasünder hat angekündigt, eine Kehrtwende hinzulegen – und beharrt gleichzeitig darauf, erst von 2030 an den CO2-Ausstoß zu senken. Bis dahin lässt die Regierung in Peking weiter in atemberaubender Geschwindigkeit Kohlekraftwerke bauen, deren Abgase besonders schädlich für das Klima sind.

Andererseits: Warum sollen die Chinesen ihren Aufschwung verlangsamen, der vielen Menschen dort zu einem relativen Wohlstand verholfen hat? Es sind die Industriestaaten, die am meisten davon profitiert haben, aus Erdöl, Kohle und Gas Energie zu gewinnen, und den technischen Fortschritt voranzutreiben. Es muss also einen finanziellen Ausgleich geben, den die Industrieländer bezahlen. Über den aber wird gestritten.

Gut gemeint ist auch nicht immer gut gemacht. Die Grünen beispielsweise sprechen sich dafür aus, vom Jahr 2030 an alle Benzin- und Diesel-Autos zu verbieten: dem Klima zuliebe. Doch mehr und mehr wird deutlich, dass Elektroautos eine ziemlich ungünstige Klimabilanz aufweisen. Um die Akkus für die Fahrzeuge herzustellen, braucht es viele Ressourcen. Das Ganze rechnet sich erst nach mehreren Jahren. Und wenn Verbraucher dann noch Strom aus Kohlekraftwerken zum Laden verwenden, ergibt sich überhaupt kein Vorteil mehr zum viel gescholtenen Wagen mit Verbrennungsmotor.

Heute beginnt wieder einer dieser Gipfel, bei dem Tausende Teilnehmer diskutieren und sich einigen müssen, welcher Weg der beste ist, um das Klima zu schützen. Diesmal geht es darum, wie das umjubelte Abkommen von Paris umzusetzen ist. Es geht um die Details. Und diese sind in Klimafragen genauso wichtig wie das große Ganze.

sven.weidlich@fnp.de Bericht auf dieser Seite

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