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Kommentar: Konsum leidet unter Negativ-Schlagzeilen

Von In der deutschen Politik geht nichts voran, weltweit lauern enorme Risiken, doch die Konjunktur lässt sich davon nicht ausbremsen. Bau und Investitionen boomen, auch der Export trotzt dem wieder erstarkten Eurokurs.
Foto: Christian Charisius (dpa)

In der deutschen Politik geht nichts voran, weltweit lauern enorme Risiken, doch die Konjunktur lässt sich davon nicht ausbremsen. Bau und Investitionen boomen, auch der Export trotzt dem wieder erstarkten Eurokurs. Von einer Wachstums-Abschwächung ist nichts zu erkennen, im Gegenteil: Der wichtigste Frühindikator zeigt ein neues Rekordhoch an, Ökonomen warnen bereits vor einer Überhitzung – und vor wachsenden Inflationsgefahren. Denn natürlich passen Zinsen im Null- oder Negativbereich ganz und gar nicht in dieses Umfeld.

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Es gibt nur einen Schönheitsfehler in diesem rosaroten Bild: den privaten Konsum. Im dritten Quartal ist er, obwohl es den Deutschen ausweislich der Statistik doch so gut geht, gegenüber den drei Monaten zuvor sogar leicht gesunken. Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich zwar ohne Zweifel verbessert, Verbandsfunktionäre beklagen immer lauter den Fachkräftemangel und sprechen von einem Angebotsmarkt (das heißt: die Beschäftigten können die Löhne diktieren). Doch dieses Bild kommt in den Köpfen nicht an: Die Schlagzeilen beherrschen vielmehr immer neue Entlassungsrunden, Werksschließungen und sich in schneller Folge jagende Sparprogramme – von Industriegiganten wie Siemens oder ThyssenKrupp bis zu Traditionsfirmen wie Alno oder Stada. Das hält Job-Sorgen am Leben, selbst wenn es objektiv wenig Gründe dafür geben sollte. Die Konzerne müssen mehr Fantasie zeigen.

Eine künftige Regierung – wie auch immer sie aussehen und wann auch immer sie starten sollte – muss zudem vor allem eine steuerliche Entlastung der (unteren) Mittelklasse vorantreiben, statt mit neuen Subventionen für Breitbandinternet-Ausbau oder Klimaschutzsanierung die ohnehin ausgelastete Baubranche noch weiter anzuheizen. Lohnsteigerungen sind angebracht, statt über weitere Tarif-Zurückhaltung die Exportkraft der Unternehmen – und damit die weltweiten Ungleichgewichte – noch zu vergrößern; auch da sprechen die nackten Zahlen eine deutliche Sprache.

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