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Griechische Sparzwänge: Kommentar: Los jetzt!

Der EU ist nicht daran gelegen, die Krise vom Sommer 2015 wieder aufleben zu lassen. Aber Tsipras irrt, wenn er glaubt, die Währungsgemeinschaft würde ihn um jeden Preis retten. Ein Kommentar von Mirjam Moll.
Premier Alexis Tsipras. Premier Alexis Tsipras.

Man kann Alexis Tsipras nicht vorhalten, dass er sich mit den notwendigen Reformen schwertut. Der griechische Premier hängt immer noch seinem alten Versprechen nach, dem harten Sparkurs der Geldgeber, die sein Land seit 2010 über Wasser halten, ein Ende zu setzen. Dabei hat er sich sogar wiederwählen lassen – um ein Mandat für den Sparkurs zu bekommen. Dennoch ziert sich der Linkspolitiker, alle notwendigen Schritte einzuleiten.

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Mirjam Moll

Der Wille, auch die nächsten Wahlen zu gewinnen, könnte ihm jedoch zum Verhängnis werden. Denn gelingt es ihm nicht, das dritte Hilfspaket erfolgreich abzuschließen, dürfte er 2019 ebenso wenig wiedergewählt werden wie im umgekehrten Fall: Denn Sparmaßnahmen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro können nicht ohne Auswirkungen auf die Bevölkerung bleiben. Und dennoch hilft es niemandem, wenn Tsipras wieder in alte Muster verfällt und Wahlgeschenke verteilt. Langfristig wird es Hellas nur bessergehen, wenn die verkrusteten Strukturen aufgebrochen werden – wenn ein Rentensystem geschaffen wird, das nachhaltig aufgebaut ist, und die Steuer effizient eingezogen wird. Also von allen.

Der EU ist nicht daran gelegen, die Krise vom Sommer 2015 wieder aufleben zu lassen. Aber Tsipras irrt, wenn er glaubt, die Währungsgemeinschaft würde ihn um jeden Preis retten. Denn auch für andere Regierungen geht es um eine Wiederwahl.

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