Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

Kommentar: Lukratives Geschäft

Von
<span></span>

Wenn ein Mensch von sich sagt, er leide an Depressionen, ist das ein lautes Alarmzeichen. Er braucht Hilfe, er muss behandelt werden. Und selbst wenn das geschieht, gibt es keine Garantie für ein gutes Ende, wie der Fall Robert Enke gezeigt hat.

Da stellt sich die Frage, ob mit einem Menschen, der an Depressionen leidet, Geschäfte gemacht werden dürfen. Tyson Fury, der tief gefallene Box-Weltmeister, ist laut eigener Aussage seit Jahren depressiv. Dass mit dem Engländer etwas nicht stimmt, ist schon in den Wochen und Monaten vor dem WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko sehr deutlich geworden. Seine verbalen Ausfälle und Hasstiraden gegen Frauen, Homosexuelle und Minderheiten waren abstoßend. Zu offiziellen Terminen flatterte er im Batman-Kostüm.

Fury hat das Boxen ins Lächerliche und auch in den Schmutz gezogen. Und keiner der vielen Verantwortlichen in den Verbänden hat etwas unternommen. Man hat sich stattdessen ins Fäustchen gelacht und auf hohe Ticketverkäufe und TV-Quoten spekuliert. Der böse Tyson gegen den guten (und vielleicht mittlerweile zu langweiligen) Wladi – das war doch was.

Fury hat jetzt die gegen Klitschko gewonnenen Titel freiwillig zurückgegeben. Damit will er einen Rest an Würde behalten. Wegen seines Kokain-Konsums und der Doping-Ermittlungen wären sie ihm aber wohl ohnehin abgenommen worden. Man darf gespannt sein, ob Tyson Fury sich nun von dem Sport, der ihn krank gemacht haben soll, ganz zurückzieht, oder ob jetzt schon insgeheim an einem spektakulären Comeback gebastelt wird. Gut gegen Böse – das wird immer ein lukratives Geschäft bleiben.

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse