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Topmanagerin verlässt Automobilbauer: Kommentar: Müller war ein Glücksfall für Opel

Von Opel verliert eine Topmanagerin in einer Phase des Umbruchs. Der Eigentümerwechsel bedeutet für das Unternehmen auch einen Kulturwandel. Ein Kommentar von Michael Balk.

Die Nachricht vom Abschied ihrer Marketingexpertin Tina Müller ist ein herber Schlag für den Rüsselsheimer Automobilbauer. Den Aufschwung der vergangenen zwei Jahre, das Comeback der Marke mit dem Blitz geht zu einem großen Teil auf das Konto der 49-Jährigen.

Opel verliert eine Topmanagerin in einer Phase des Umbruchs. Der Eigentümerwechsel bedeutet für das Unternehmen auch einen Kulturwandel. Weg von der amerikanischen Cowboy-Mentalität, hin zur französischen Lebensart Savoir-vivre. Dass Müller nun eine neue Herausforderung mit weitaus mehr Gesamtverantwortung an der Spitze eines anderen Konzerns sucht, ist aus ihrer Sicht nachvollziehbar. Die vierjährige Station in der von Männern dominierten Autoindustrie war für sie nur ein Pit-Stopp, nachdem ihr Wechsel vom Düsseldorfer Dax-Konzern Henkel zum Konkurrenten Beiersdorf wegen einer Konkurrenzausschlussklausel nicht zustande kam.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Das soll aber nicht heißen, dass Tina Müller ihren Job bei Opel nur halbherzig erledigt hat. Im Gegenteil, sie war ein Glücksfall für Opel. Sie brachte frischen Wind ins kriselnde Unternehmen. Sie hatte dann auch das Glück, dass der damalige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann von ihren Qualitäten überzeugt war und ihr freie Hand ließ. Ihre preisgekrönte Werbekampagne „Umparken im Kopf“ war schließlich der Schlüssel zum Comeback von Opel.

Tina Müller hat kein Benzin im Blut. Und das ist auch gut so. Sie hat die Autowelt in Rüsselsheim dennoch aus den Angeln gehoben. Ihre originelle Therapie hat die Traditionsmarke zurück in die Erfolgsspur geführt.

Von der Managerin werden wir sicher noch viel Gutes hören. Tina Müller dürfte jetzt den nächsten großen Schritt auf der Karriereleiter machen. Die Opelaner werden ihr – allerdings mit einem weinenden Auge – dabei viel Glück wünschen.

Bleibt abzuwarten, wie Müllers Nachfolge geregelt wird. Dabei wird sich auch zeigen, wie eigenständig die deutsche Tochter Opel gegenüber dem neuen französischen Mutterkonzern PSA noch ist.

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