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Langzeitarbeitslose: Kommentar: Niemanden abschreiben

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Noch nie hatten so viele Menschen in Deutschland einen Arbeitsplatz. Derzeit sind nur noch halb so viele Menschen arbeitslos wie 2005. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist gesunken. Doch es gibt noch immer rund 850 000 Menschen hierzulande, die seit mindestens einem Jahr keine Arbeit haben. Die meisten von ihnen haben „multiple Vermittlungshemmnisse“, wie es im Behördendeutsch heißt.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Diesen harten Kern der Erwerbslosen aufzubrechen, hat sich die Bundesregierung vorgenommen. Und dem folgt auch die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Hessen. Die Rezepte, Menschen mit vielerlei Handikaps – oft Schulabbrecher, meist ohne Ausbildung – in eine bezahlte Arbeit zu vermitteln, unterscheiden sich bei Regierung und Arbeitsbehörde beträchtlich. Während in der großen Koalition aus dem prall gefüllten Steuersäckel mal eben vier Milliarden Euro locker gemacht werden sollen, um 150 000 Langzeitarbeitslose im öffentlichen Dienst anzustellen, damit sie Parks aufräumen oder Hausmeistertätigkeiten ausüben dürfen, geht Hessens BA-Chef an die Wurzeln der Langzeitarbeitslosigkeit.

Frank Martin ist auf dem richtigen Weg, denn er setzt auf Prävention und weniger auf Reparatur. Sein Plan ist langfristig angelegt, soll jungen Menschen Mut machen, mit einem Schulabschluss und einer Berufsausbildung ins Leben zu starten. Dazu braucht die BA vielerlei Unterstützung: Die Handwerkskammern, die IHKs , aber auch die Schulen samt ihrer Lehrer müssen mitziehen.

Und nicht zuletzt muss Martin seine Behörde umstrukturieren, Bürokratie in den Jobcentern eindämmen, damit mehr Mitarbeiter an die Front ziehen und beraten, aufklären und – wo es sein muss – auch individuell coachen können. Niemand darf abgeschrieben werden.

michael.balk@fnp.de Bericht auf Seite 4

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