Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 8°C

Laptop-Verbot: Kommentar: Ohne Notebook

Dass in Europa elektronische Geräte längst vor dem Scannen ausgepackt werden müssen, reicht nämlich durchaus, um versteckte Materialien zu finden. Ein Kommentar von Detlef Drewes.
Symbolbild: Laptop im Handgepäck. Symbolbild: Laptop im Handgepäck.

Das Laptop-Verbot gehört in die lange Liste der Maßnahmen, die so lange als Hysterie bezeichnet werden, bis es zu einem Anschlag kommt. US-Geheimdienste befürchten schon lange, dass Terroristen Sprengstoffe an Bord eines Flugzeuges schmuggeln wollen, indem sie die Batterien der Geräte austauschen. Das mag vielen undenkbar erscheinen. Bis 2001 hat auch niemand geglaubt, dass jemand einen Sprengsatz in einem Schuh verstecken könnte – bis ein Extremist auf dem Flug von Paris nach Miami enttarnt wurde.
 

Detlef Drewes Bild-Zoom
Detlef Drewes

Seither ziehen Millionen Fluggäste jeden Tag größtenteils friedlich an der Sicherheitsschleuse der Airports ihre Schuhe zum Durchleuchten aus. Die Kritik richtet sich deswegen nicht so sehr gegen die Maßnahme, sondern gegen die Art und Weise der USA, wie sie diesen Schritt wieder einmal nicht vorbereiten, sondern diktieren. Abgesehen von den praktischen Problemen, die gelöst werden müssen, ehe man diese Auflage erlässt, sollte man die Effizienz der vorhandenen Überwachungsmaßnahmen prüfen. Dass in Europa elektronische Geräte längst vor dem Scannen ausgepackt werden müssen, reicht nämlich durchaus, um versteckte Materialien zu finden. Nichts gegen mehr Sicherheit, selbst wenn die Kontrolle unbequem ist. Es müsste aber wenigstens garantiert sein, dass der Aufwand ein Mehr an Schutz bringt und man vorher miteinander redet.

Die USA wären gut beraten, den behutsamen Weg des Miteinanders schon deshalb zu gehen, um einen bitteren Verdacht auszuräumen. Dass Washington mit dem Bann zunächst jene Airlines getroffen hat, die als die wichtigsten Konkurrenten der amerikanischen Gesellschaften auf der lukrativen Nordatlantik-Route gelten, scheint nicht zufällig. Auch Europa wirft Etihad, Qatar Airways oder Emirates vor, massiv von den eigenen Regierungen subventioniert zu werden, die zugleich die Eigner sind. Aber die USA nutzten die neue Vorschrift, um die eigenen Linien zu bevorzugen. Sie waren nämlich tatsächlich von der Liste der betroffenen Verbindungen nicht berührt. Da liegt der Gedanke nahe, dass die Trump-Administration die Sicherheit lediglich als Vehikel instrumentalisiert, um Geschäftsleute von Flugzeugen der Konkurrenz abzuwerben und sie auf amerikanische Jets zu locken. Die EU kann und darf sich derartige Geschäftsmethoden nicht gefallen lassen.

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse