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Kommentar: Olympische Investition

Jacques Rogge, den Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), kennt in der Sportwelt so gut wie jeder. Johann Rosenzopf dagegen nicht.

Dabei war es just dieser Österreicher, heute rüstige 72 Jahre alt, der schon 1998 die Idee von Olympischen Jugendspielen hatte – und beim IOC zunächst auf Ablehnung stieß. Bis das IOC und sein belgischer Chef 2007 das neue Format in Guttenberg’schem Stil selbst umsetzten.

Seitdem gab es 2010 in Singapur die ersten Sommerspiele und jetzt gerade in Innsbruck die ersten Winterspiele für den Nachwuchs. Hier wie da waren Sportler, Medien und das IOC begeistert von der großen Teenager-Partie. Nicht so der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der mit seiner vernichtenden Kritik nicht hinterm Berg hält: "Völliger Nonsens. Überflüssig. Sofort wieder abschaffen."

Hat er recht? Brauchen wir Olympische Jugendspiele? Es mag ja sein, dass bei den Premieren-Veranstaltungen noch nicht alles rund lief, dass nicht einzusehen ist, warum an einem solchen Event keine 14-jährigen Sportler teilnehmen dürfen, oder dass manche Jungstars schon Probleme mit terminlich kollidierenden Weltcup-Verpflichtungen haben. Das sind durchaus berechtigte Kritikpunkte, die sich aber korrigieren lassen.

Grundsätzlich ist die Idee eines weltweiten Nachwuchstreffens mit einem Kräftemessen in verschiedenen Sportarten aber zu befürworten. Aus zahlreichen Gründen: Als kultureller Austausch auf höchster Ebene. Oder als Experimentierfeld für neue Sportarten und Disziplinen, die sich bei Erfolg auch als Frischzellenkur über die großen Spiele ergießen könnten. Oder um den Umgang mit neuen Medien und sozialen Netzwerken zu integrieren. Einfach, um den Sport jung zu halten.

Rogges Vorstoß, den reinen Leistungsgedanken weitgehend auszublenden und den olympischen Leitsatz vom "Dabeisein ist alles" wieder etwas mehr Gewicht zu verleihen, entpuppt sich dagegen als pures Wunschdenken. Zwar ließ der IOC-Chef bewusst keine Medaillenspiegel führen. Dafür übernahmen die Medien – zumindest die wenigen, die überhaupt darüber berichteten – das Zählen der Plaketten.

Kurz und gut: Mit ein paar Korrekturen könnten Olympische Jugendspiele tatsächlich zu einer Investition in die Zukunft werden.

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