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Wohngebiet: Kommentar: Potenzial zum Vorzeigeobjekt

Viele Bausparkassen stöhnen über Altverträge, die teilweise den Kunden vier Prozent Zinsen einbringen, und wollen diese Verträge so schnell wie möglich loswerden. Foto: Friso Gentsch/Symbolbild Viele Bausparkassen stöhnen über Altverträge, die teilweise den Kunden vier Prozent Zinsen einbringen, und wollen diese Verträge so schnell wie möglich loswerden. Foto: Friso Gentsch/Symbolbild

Die Idee hat Charme. Direkt am Main-Taunus-Zentrum, das 1964 auf der grünen Wiese in der Nähe von Sulzbach entstand und 54 Jahre danach immer noch zu den erfolgreichsten Einkaufszentren der Bundesrepublik zählt, könnte eine neue Stadt entstehen. Das Herzstück der Main-Taunus-City mit 170 Geschäften, Busbahnhof, Arztpraxen, Apotheke, Supermarkt, Gastronomie, Riesen-Kino und gigantischen Parkhäusern existiert bereits. Auf 70 Hektar Ackerland drumherum wäre Wohnraum für 6000 Menschen, kleine Parks und schöne Spielplätze. Die neue Stadt würde die Wohnungsnot zwar nicht lösen, aber ein wenig mindern.

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Baugebiet Rund um das MTZ sollen Wohnungen für 6000 Menschen entstehen

Wird das Main-Taunus-Zentrum Mittelpunkt eines neuen Wohngebiets mit rund 6000 Neubürgern? Seit gestern wird über die Idee diskutiert, um die Wohnungsnot im Rhein-Main-Gebiet zu mindern.

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Mit seiner MTZ-Stadt-Idee hat Thomas Horn, der Direktor des Regionalverbandes, einen kreativen Beitrag zur aktuellen Wohnraum-Debatte geleistet. Und zwar deutlich abseits der klotzigen Vorschläge des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef, der an beiden Seiten der A 5 einen Stadtteil für 30 000 Menschen aus dem Boden stampfen will. Horn ist kein Mann aus den Elfenbeintürmen der Politik, als früherer Kelkheimer Bürgermeister ist der Christdemokrat vertraut mit dem Thema Stadtplanung, kennt sich überdies aus mit den Fallstricken der Kommunalpolitik.

<span></span> Bild-Zoom Foto: (FNP)

Damit sind wir auch schon bei den Problemen: Sollte aus der Idee tatsächlich ein Projekt werden, dann müssen zunächst die Interessen von drei Kommunen unter einen Hut gebracht werden. Die Machtbefugnisse dazu hat der Regionalverband nicht. Alles wäre leichter, wenn sich Sulzbach, Liederbach und Frankfurt auf einen Gebietstausch einigten, ehe es an die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes geht. Aber: Will das beschauliche Sulzbach, das einen Großteil der Flächen stellen müsste, wirklich von der zweitkleinsten Gemeinde im Main-Taunus-Kreis zur mittelgroßen Stadt aufsteigen? Da müsste noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Eine weitere zentrale Aufgabe wäre, die Verkehrsprobleme rund ums MTZ zu lösen. Schon jetzt sind die B 8 und die A 66 überlastet. Der fehlende Bahnanschluss macht die Sache nicht leichter. Intelligente Bus- und Fahrradkonzepte wären notwendig. All das ist machbar, wenn die Politik denn will. Horns Idee von der Main-Taunus-City hat nicht nur Charme, sondern auch das Zeug dazu, zu einem Vorzeigeprojekt zu werden. Eines jedoch ist klar: Ohne Sulzbach geht nichts.

Karl-Josef.Schmidt@fnp.de

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