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Ölmarkt: Kommentar: Preisdruck in der Pipeline

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Schöne Grüße aus der Filterblase. Ein kritischer Trump-Tweet zu den gestiegenen Ölpreisen reichte vor dem Wochenende, um die Notierungen leicht sinken zu lassen. Man werde sich den Preisanstieg nicht gefallen lassen, twitterte der US-Präsident und kündigte Maßnahmen an, freilich ohne diese konkret zu fassen.

In den vergangenen Monaten hat der Preisdruck kräftig zugenommen. Seit Jahresbeginn ist Öl der Nordseesorte Brent um etwa zwölf Prozent teurer geworden. Vor Jahresfrist kostete das Fass noch 50 US-Dollar. Jetzt liegt der Preis je Barrel bei 75 Dollar und damit auf dem höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Dabei hat die Entscheidung der Opec, die Fördermengen zu begrenzen, ihre Wirkung entfaltet. Das Kartell hat sich als ungewohnt diszipliniert erwiesen und kann sich auf die Fahnen schreiben, auch das Nicht-Opec-Mitglied Russland ins Boot geholt zu haben.

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Doch die Gemeinschaft ölexportierender Länder ist nicht allein für den Auftrieb verantwortlich. Angebot und Nachfrage haben zu einer neuen Balance gefunden, die lange Zeit nicht vorhanden war. So sind die Lagerbestände für Rohöl und Derivate (Diesel, Benzin) in den USA wieder auf ein normales Maß zurückgefahren worden. Während des Preisverfalls waren dort riesige Mengen gebunkert und damit dem Markt entzogen worden, um die heimischen Erzeuger zu schützen. Das scheint nun nicht mehr nötig, da die Nachfrage nach dem schwarzen Gold gewachsen ist.

Das ist erst einmal ein gutes Zeichen. Wird mehr Öl gekauft, deutet das auf eine starke Wirtschaft hin. Lange Zeit hatten an den Börsen die fallenden Preise genau dieser Argumentation folgend zu fallenden Aktienkursen geführt. Inzwischen werden der steigende Ölpreis und der teurere Euro wieder als Gefahren für die Märkte ausgemacht. Das ist von daher ganz erstaunlich, weil der steigende Euro den Preisauftrieb beim in Dollar gehandelten Öl abmildert.

Generell ist aber klar, dass die Phase super-billigen Öls erst einmal vorbei ist. Die Märkte reagieren nervös. Doch am Ende wird man sich an der Börse, in der Wirtschaft und an der Zapfsäule damit abfinden.

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