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Kommentar: Punktabzug hätte gereicht

Von "Sagans Reflex ist in einem harten Zielsprint bei Tempo 70 keine Seltenheit im Radsport. Jeder Profi möchte selbst nicht zu Fall kommen", sagt unser Sportredakteur Harald Joisten.
Sturz mit Folgen bei der Tour de France: Der Deutsche John Degenkolb (l) vom Trek-Segafredo Team und der Brite Mark Cavendish (M) von Dimension Data Team stürzen beim Zielsprint. Cavendish muss nach einen Bruch des Schulterblatts ausscheiden. Foto: Christophe Ena Sturz mit Folgen bei der Tour de France: Der Deutsche John Degenkolb (l) vom Trek-Segafredo Team und der Brite Mark Cavendish (M) von Dimension Data Team stürzen beim Zielsprint. Cavendish muss nach einen Bruch des Schulterblatts ausscheiden. Foto: Christophe Ena

Die Sportredaktion dieser Zeitung war sich im ersten Moment zunächst einig: Peter Sagan gehört für diese Tour de France disqualifiziert. Als wir die Live-Bilder im TV sahen, waren wir erschrocken über die Ellbogen-Attacke des Slowaken.

Inzwischen haben auch wir eine differenziertere Sicht auf diesen vermeintlichen Sprint-Skandal auf der vierten Etappe. Selbst nach mehrfacher Studie der Videobilder lässt sich nicht belegen, dass Sagan vorsätzlich gehandelt hat. Sein ausgefahrener Ellbogen war wohl vielmehr eine Mischung aus Selbstschutz und Positionskampf. Sicher hat er den Ellbogen zu weit ausgefahren und damit den schlimmen Sturz von Mark Cavendish ausgelöst, der noch schlimmer hätte ausgehen können. Aber Sagans Reflex ist in einem harten Zielsprint bei Tempo 70 keine Seltenheit im Radsport. Jeder Profi möchte selbst nicht zu Fall kommen. Ein gravierender Punktabzug gegen Sagan im Kampf ums Grüne Trikot hätte als Strafe gereicht.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Den Slowaken von der Tour auszuschließen, war eine harte und mutige Entscheidung. Mutig, weil sich die Tour de France selbstlos ihrer eigenen Hauptattraktion beraubt hat. Das wäre in etwa so, als würde die Fifa einen Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo von einer Fußball-Weltmeisterschaft ausschließen.

Die Jury wird sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben. 2013 hatten die Tour-Funktionäre noch anders gehandelt, als jener Mark Cavendish selbst einen Rivalen im Sprint mit einem Bodycheck zu Fall brachte. Der Brite erhielt keine Strafe und durfte tags darauf weiterfahren.

Stellte sich gestern noch der Weltpresse, ehe er die Tour de France in Richtung Monaco verließ: Weltmeister Peter Sagan.
Tour de France Das große Thema ist der suspendierte Peter Sagan

Auf der ersten Bergetappe schwächelt Top-Favorit Chris Froome etwas, erobert aber die Gesamtführung.

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Die Disqualifikation Sagans ist nun auch eine Chance für die deutschen Top-Sprinter Marcel Kittel und André Greipel im Kampf ums Grüne Trikot. Mit Sagan und Cavendish sind zwei Konkurrenten nicht mehr dabei.

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