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Kommentar: Reiseveranstalter unter Druck

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Ein Ferienhotel in Belek (Türkei). Foto: Thomas Eisenhuth (dpa) Ein Ferienhotel in Belek (Türkei).

Man kann lange darüber streiten, ob ein Reise-Boykott nur die Falschen trifft oder Diktatoren doch zum Einlenken bewegen kann. Fest steht: Die Negativ-Schlagzeilen rund um das Referendum in der Türkei werden dafür sorgen, dass sich der Tourismus dort nicht so schnell erholt – zumindest was die deutschen Urlauber betrifft, die nach mehreren Terroranschlägen das Land meiden. Wenn die Reiseveranstalter-Branche meldet, es gebe keine weiteren Rückgänge bei den Buchungszahlen oder aber die Hoffnung auf Last-Minute-Buchungen, dann klingt das eher nach Zweckoptimismus als nach Realität. Russen füllen einstweilen einen Teil der freien Zimmer in Antalya oder Side – doch könnten wegen der politischen Spannungen zwischen Recep Tayyip Erdogan und Wladimir Putin rasch auch diese Gäste wegbleiben.

Thomas Baumgartner Bild-Zoom Foto: (FNP)
Thomas Baumgartner

Der „Reise-Weltmeister“ muss sich alternative Ziele suchen. Allerdings ist Spanien für diesen Sommer praktisch ausgebucht – und zudem teuer (wie auch Italien oder Portugal). Im wieder gefragten Griechenland fehlen ausreichende Kapazitäten. In Ägypten, Tunesien und anderen muslimischen Ländern sind die Gästezahlen ebenso eingebrochen wie in der Türkei, Donald Trump hält viele Europäer von USA-Reisen ab. Da scheint guter Rat teuer, vom Urlaub in Balkonien einmal abgesehen.

Frankreich, das unter den Anschlägen von Paris und Nizza gelitten hatte, dürfte ein Comeback erleben. Und Fernreisen, zum Beispiel nach Mexiko, Südafrika oder Vietnam, müssen keineswegs immer teurer sein als ein Urlaub in Spanien. Preisbewusste könnte es diesen Sommer nach Bulgarien ziehen, oder sie fahren mit dem Auto an Nord- und Ostseeküste.

Das wird den Trend zum Individual-Tourismus verstärken: Eigenanreise oder Billigflieger samt Buchung von Hotel oder Ferienwohnung per Internet. Die Veranstalter werden die vom Türkei-Geschäft gerissenen Umsatzlücken nicht füllen können. Und sie stehen vor dem Dilemma, dass sie ihre Kapazitäten langfristig planen müssen, während die Urlauber kurzfristig auf Anschläge reagieren und ihre Planung umwerfen.

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