Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 12°C

Kommentar: Riesengroße Chance für Opel

Von
ARCHIV - Das Opel-Logo prangt am 10.06.2017 auf dem Werksgelände des Autobauers Opel in Rüsselsheim (Hessen) auf einem Turm. (zu dpa «Opel-Übernahme durch französischen PSA-Konzern perfekt» vom 01.08.2017) Foto: Arne Dedert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Arne Dedert (dpa) ARCHIV - Das Opel-Logo prangt am 10.06.2017 auf dem Werksgelände des Autobauers Opel in Rüsselsheim (Hessen) auf einem Turm. (zu dpa «Opel-Übernahme durch französischen PSA-Konzern perfekt» vom 01.08.2017) Foto: Arne Dedert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

In Rüsselsheim haben gestern Sektkorken geknallt, in Paris wurde sogar Champagner entkorkt. Es ist ein wahrlich historischer Tag – vor allem für den Rüsselsheimer Autobauer Opel. Nach wechselvollen 88 Jahren unter dem Konzerndach des US-Autogiganten General Motors ist diese Verbindung nun offiziell gekappt. Opels neue Muttergesellschaft heißt PSA, ist französisch und der Tradition des europäischen Automobilbaus verpflichtet. Dass die milliardenschwere deutsch-französische Unternehmens-Transaktion schneller als gedacht über die Bühne gehen konnte, ist in diesen turbulenten Zeiten, in den das Totenglöcklein für den Dieselmotor lautstark geläutet wird, ein ermutigendes Signal.

Für die Marke mit dem Blitz eröffnet sich nun die riesengroße Chance eines Neuanfangs. Dass PSA-Chef Carlos Tavares der deutschen Tochter mit Standortgarantien und sicheren Arbeitsplätzen den Start in eine neue Ära versüßt, darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Portugiese als knallharter Sanierer gilt, der schon Renault und auch die PSA-Marken Peugeot und Citroën in kürzester Zeit auf Rentabilität getrimmt hat. Der neue Opel-Lenker Michael Lohscheller muss nun beweisen, dass er das Vertrauen der Konzernzentrale und der Opel-Mitarbeiter verdient, indem er eine überzeugende Strategie erarbeitet, die die Traditionsmarke für die Zukunft fit und endlich wieder profitabel macht.

Michael Balk Bild-Zoom Foto: (FNP)
Michael Balk

Das ist kein leichter Job. Er wird auch nur dann erfolgreich sein und ohne Interventionen aus Paris über die Runden kommen, wenn der Betriebsrat Lohschellers Konzept mitträgt. 100 Tage hat der „Zahlenmensch“ an der Opel-Spitze Zeit dafür. Er muss sich also sputen. Und er darf nie vergessen, Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mit ins Cockpit zu holen. Denn ohne Einsparungen und Stellenkürzungen wird das Projekt nicht zu stemmen sein. Sonst wechselt Tavares den deutschen Automanager ganz schnell wieder aus.

Doch Kosten senken kann und darf nicht die einzige Stellschraube sein, um sich für die neuen Herausforderungen der Elektromobilität, der Vernetzung und des autonomen Fahrens zu rüsten. Für Opel arbeiten 8000 Ingenieure. Das ist ein gewaltiges Kreativpotenzial, das genutzt werden muss, um technologisch ganz vorne mitfahren zu können. Opel muss seine Stärken in die Waagschale werfen, technologisch astreine Autos bauen, die den Nerv der Kunden treffen. Die Rüsselsheimer müssen sich als Marke „Made in Germany“ preislich so positionieren, dass unterm Strich ordentliche schwarze Zahlen stehen. Die heute praktizierte „Rabattitis“ für die Astra, Mokka oder Corsa muss schleunigst beendet werden.

Es ist der hessischen Automarke zu wünschen, dass sie den Strukturwandel in der Automobilindustrie mit Bravour und französischer Hilfe bewältigt und den 119 Jahren Automobilbau in Rüsselsheim noch viele Jahre hinzufügt.

michael.balk@fnp.de Bericht auf Seite 1 und 5

Zur Startseite Mehr aus Meinung der Redaktion

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse