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Kommentar: Schicksalswahl

Gebäude der Londoner Börse: Das Nein der Briten zur EU torpediert die Fusionspläne der Börsen in Frankfurt und London. Foto: Michael Kappeler Gebäude der Londoner Börse: Das Nein der Briten zur EU torpediert die Fusionspläne der Börsen in Frankfurt und London. Foto: Michael Kappeler

Nach den Terroranschlägen in London und vor den vorgezogenen Neuwahlen sind alle Augen der Märkte auf Großbritannien gerichtet. Die Wahlen waren als Triumphzug Theresa Mays geplant, nun drohen sie zu einem Desaster für die Premierministerin und die regierenden Tories zu werden.

Für Europa sind das keine guten Nachrichten. May-Herausforderer Corbyn hat sich bislang nicht ausführlich zum Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der EU geäußert, wohl wissend, dass eine große Zahl seiner potenziellen Wähler in der Gemeinschaft verbleiben will. Auch mit einem knappen Sieg Mays wird ein chaotischer Brexit wahrscheinlicher. Großbritannien macht ohnehin nicht den Eindruck, als hätte das Land einen Plan in der Schublade. Lediglich das Bekenntnis, die Wirtschaft Großbritanniens zu stärken, wiederholt May wie ein Mantra. Das ist aber nicht weit von Donald Trumps „America First“-Parolen entfernt und ebenso inhaltsleer.

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Das britische Pfund ist als Reaktion auf die schwindenden Umfragewerte Mays erneut auf Tauchfahrt gegangen. Londons Börse ist dagegen auf Rekordfahrt geschwenkt. Ein billiges Pfund stärke die britische Exportwirtschaft, heißt es. Fragt sich nur, was für eine Wirtschaft nach dem Brexit bleibt. Mehr und mehr Firmen erwägen den Gang aufs Festland. Außerdem droht der Insel ein „Brain Drain“. Führende Köpfe könnten abwandern. Die Wahlkampfforderung Mays, ausländischen Studenten nach Abschluss die Tür zu weisen, trägt zu dieser Entwicklung bei.

Für die Börse bedeutet dies, dass sich die Phase der politischen Unsicherheiten weiter verlängert. Aus „Brexit means Brexit“ wird eine Hängepartie.

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