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Kommentar: Schleswig-Holstein: Amtsbonus verspielt

Von Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein wird die Regierung von Ministerpräsident Albig wird eiskalt erwischt. Und die restlichen Parteien? Ein Kommentar von Dieter Sattler.
Torsten Albig (l), Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, und Daniel Günther (M), CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, verlassen am 07.05.2017 in Kiel (Schleswig-Holstein) das Wahlstudio. Foto: Axel Heimken (dpa) Torsten Albig (l), Ministerpräsident und SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, und Daniel Günther (M), CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, verlassen am 07.05.2017 in Kiel (Schleswig-Holstein) das Wahlstudio.

Wieder kein Schulz-Effekt. Mit Schleswig-Holstein hat die SPD nach dem Saarland auch die zweite Landtagswahl nach Ernennung ihres Kanzlerkandidaten verloren. Das Ergebnis wird die Alarmglocken auch bei Hannelore Kraft klingeln lassen. Die SPD-Politikerin will kommenden Sonntag ihr Ministerpräsidentenamt in Nordrhein-Westfalen verteidigen. Da sie persönlich aber viel beliebter ist als CDU-Herausforderer Armin Laschet darf sie weiter auf einen Sieg hoffen.

In Kiel dagegen konnte Torsten Albig den Amtsbonus nicht nutzen. Der Ministerpräsident ist eher ein spröder Typ, der als Zuarbeiter für Peer Steinbrück und Oskar Lafontaine groß geworden ist – ein Mann aus dem Hintergrund also. Ein Menschenfischer wird er nicht mehr, wie sich im Wahlkampf zeigte.

Dieter Sattler Bild-Zoom Foto: (FNP)
Dieter Sattler

Schwer geschadet hat Albig zuletzt auch noch ein vieldiskutiertes Interview mit der „Bunten“. Darin erklärte der neu Liierte mehr oder weniger, er habe sich von seiner langjährigen Ehefrau auch deshalb getrennt, weil sie aufgrund der Rasanz seiner Karriere als Hüterin des Zuhauses nicht mehr auf Augenhöhe mit ihm reden konnte. Das dürfte bei vielen Wählerinnen nicht gut angekommen sein.

Es gehört schon einiges dazu, den Amtsbonus gegen ein weitgehend unbeschriebenes Blatt wie Herausforderer Daniel Günther zu verspielen – auch wenn der junge CDU-Politiker einen fleißigen Häuserwahlkampf hinlegte.

Dagegen ist das gute Abschneiden der FDP keine Überraschung. Mit Talkshow-Dauergast Wolfgang Kubicki kann sie im Norden ihr zweitwichtigstes Gesicht nach Parteichef Christian Lindner aufbieten, der am Sonntag in seinem Stammland NRW ran muss.

Die Grünen konnten in Kiel mit dem eloquenten Umweltminister Robert Habeck ihren bundesweiten Abwärtstrend stoppen. Habeck wäre sicher auch als bundespolitischer Spitzenkandidat eine gute und vor allem spannende Alternative zu Cem Özdemir oder Katrin Göring-Eckardt gewesen.

In Kiel bestätigte sich, dass der Wettbewerb der Volksparteien, den Martin Schulz neu entfacht hat, die AfD wieder auf ihr gleichsam natürliches Maß schrumpfen lässt. Die Grabenkämpfe der Rechtspopulisten tun das Übrige.

Da Kubicki und Habeck keine Dogmatiker sind, und große Koalitionen unpopulär, dürfte es in Kiel auf „Jamaika“ mit CDU, Grünen und FDP hinauslaufen oder eine rote Ampelkoalition unter Führung von Albig. Die Liberalen favorisieren „Jamaika“, die Grünen die „Ampel“. Gegen letztere spricht aber die deutliche SPD-Niederlage.

dieter.sattler@fnp.de

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